Neapolitanischer Schwanengesang
Der Anlass war ein rauschendes Fest. Zum letzten Mal sollte Alessandro Scarlatti die Feder für ein dramatisches Werk führen. Uraufgeführt wurde seine «Erminia», eine Serenata für vier Stimmen, am 20. Juni 1723 in Neapel. Und zwar im Rahmen der Hochzeits-feierlichkeiten für Ferdinando Colonna, Prinz von Stigliano, und seine Angetraute Maria Luisa Caracciolo di Santobono. Schauplatz der ersten Vorstellung war der Palazzo des Bräutigams an der Via Toledo, damals Neapels Prachtmeile.
Die zeitgenössische Presse schwärmte von einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht – luxuriös geschmückte Räume, köstliche Erfrischungen, funkelnde Edelsteine auf dem Gabentisch. Für die Musik hatte man keine Kosten gescheut und den achtzehnjährigen Farinelli nebst diversen anderen Gesangsvirtuosen engagiert, deren Namen zwar heute nur noch Historikern geläufig sein mögen, seinerzeit jedoch selbst Händel so sehr beeindruckten, dass er sie als Interpreten für seine eigenen Werke in Erwägung zog – der Alt-Kastrat Andrea Pacini aus Lucca, der Tenor Annibale Pio Fabri aus Bologna oder der Bass Antonio Manna, der sich mit der Wiener Hofkapelle Starruhm ersungen hatte.
Über den Textdichter, der seine Story aus ...
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Opernwelt Januar 2012
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Carlo Vitali
Irgendwie sei die Story dann doch ein bisschen dünn, hat jemand handschriftlich im Gästebuch vermerkt, das im Foyer des Osnabrücker Theaters ausliegt. Aber die Aufführung, na ja, die reiße das Ganze schon raus. Das trifft den Kern des Problems – und zielt ebenso haarscharf an ihm vorbei. Operette und tiefschürfend? Man spielte «ein Werk der leichtgeschürzten Muse»,...
Eines ihrer persönlichsten Projekte der letzten Jahre war 2002 die CD «Ninna Nanna»: achtzehn Wiegenlieder aus zwölf Ländern, in denen sich ihr warmer, sparsam vibrierender Sopran mit jener Menschlichkeit, jenem Engagement für Menschen verband, das ihr Markenzeichen war.
Montserrat Figueras stammte aus einem musikalischen Elternhaus. 1942 wurde sie in Barcelona...
«Bumsti!», frohlockt der Baron, als die Bomben einschlagen. Da denkt man gleich an Karl Kraus’ «Die letzten Tage der Menschheit» und an Erzherzog Friedrich, den geistig limitierten Oberbefehlshaber der k.u.k. österreichischen Armee, der dies dort beim Betrachten von Manöverfilmen mit Mörserattacken entzückt ausruft. Bumsti! «Baron Münchhausen», die neue Oper...
