Einer für alle
Selbst sein Tod geriet zum Medienereignis. Nur wenige Stunden, nachdem Luciano Pavarotti in den Morgenstunden des 6. September einem Krebsleiden erlegen war, sendeten die Radioanstalten erste Nachrufe. Am Abend desselben Tages räumten die Hauptnachrichtensendungen der Kunde von seinem Tod einen Platz ein, wie er nur wenigen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gewährt wird.
Bereits zwei Tage später fand eine große Trauerfeier in der Kathedrale seiner Heimatstadt Modena statt, zu der sich eine gewaltige Menschenmenge in und vor dem Gotteshaus versammelte, darunter viele Prominente aus der Politik und dem Kulturleben. Die weltweit live vom Fernsehen übertragene Veranstaltung, eine Mischung aus Staatsbegräbnis und Pop-Event, war aber nur Teil einer vielfältigen medialen Nachbereitung von Leben und Wirken des Sängers, die vom seriösen Porträt über die Wiederholung von Fernseh-Opernproduktionen bis zur genüsslichen Ausbreitung vermeintlicher Eheprobleme und Nachlassquerelen in den Niederungen der Klatschpresse reichte und immer noch reicht.
Die meisten Opernsänger verlassen die Bühne des Lebens ohne großes öffentliches Aufsehen. Pavarottis Hinscheiden hingegen wurde mit dem ...
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