Phantom der Oper

Wer sich mit Offenbachs «Contes d’Hoffmann» beschäftigt, geht auf eine Abenteuer­reise mit offenem Ausgang. Immer noch. Davon künden nicht nur die komplizierte Editions­geschichte, sondern auch aktuelle Inszenierungen der unvollendet gebliebenen Opéra ­fantastique in Sydney, Kopenhagen, Hamburg, ­Kassel, Detmold und Regensburg

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Vom Hellen ins Dunkle führen viele Wege. Das wussten nicht nur die Dichter der (deutschen) Romantik. Aber vielleicht waren sie, im frühen 19. Jahrhundert, die ersten, die der amorphe Zauber der Finsternis mehr bewegte als das Licht der ordnenden Vernunft. Ihre Mär­chen und Novellen, ihre Romane und Verse kreisen vor ­allem um das Abgründige, Geheimnisvolle, Unerklärliche – in sprachmächtigen Bildern, die «die unendlich schöpferische Musik des Weltalls» (Novalis) gegen die Zumutungen eines durchrationalisierten Lebens verteidigen.

Bei Eichendorff, dessen Todestag sich unlängst zum 150. Mal jährte, schwingt in jeder Zeile die Trauer über die Entzauberung der Welt durch Wissenschaft und Technik mit, das tiefe Unbehagen an einer Zivilisation, in der die Natur zur «einförmigen Maschine erniedrigt worden» sei. Brentano, Chamisso, Hölderlin, Tieck – sie einte, über alle Unterschiede hinweg, die skeptische Distanz zum «stahlharten Gehäuse» der Moderne (Max Weber).
Mit dem «grauen Licht der gewöhn­lichen Aufklärung» (Rüdiger Safranski) hatte auch E. T. A. Hoffmann seine liebe Not – gewiss der schwärzeste Poet eines fortschrittskritischen Bewusstseins, das der dürren, zweckrational ...

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Opernwelt Januar 2008
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Albrecht Thiemann, Gerhard Heldt

Vergriffen
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