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Jubilare
Herkunft verpflichtet. Wie Verdi und Toscanini stammt Carlo Bergonzi aus der Region Parma. Er ist mit der Oper aufgewachsen, schon als Sechzehnjähriger nahm er ein Gesangsstudium auf. 1947 debütierte er als Bariton, arbeitete sich dann in diesem Fach drei Jahre durch kleine und mittlere Theater, stand mit Altmeistern wie Beniamino Gigli und Tito Schipa auf der Bühne. Auf eigene Faust wechselte er ins Tenor-Fach, fing 1951 in Bari als Andrea Chénier ein zweites Mal an.
Wenig später wurde er als Einspringer in vier Verdi-Produktionen des Italienischen Rundfunks eingesetzt. Schon 1956 gastierte er an der New Yorker Met. Zwei Jahre später riskierte die Decca ein erstes Recital mit dem jungen Sänger, dem Gesamtaufnahmen von «Aida» (unter Karajan) und «Un ballo in maschera» (unter Solti) folgten. Heute umfasst die Diskografie Bergonzis an die 30 Gesamtaufnahmen und ein halbes Dutzend Recitals – ein Korpus, das das Kern-Repertoire des Sängers lückenlos dokumentiert: Verdi, Puccini, Donizetti und Verismo. 1972, auf dem Gipfel seines Könnens, hinterlegte er mit der Aufnahme sämtlicher Tenorarien Verdis sein künstlerisches Testament. Diese Philips-Kassette gilt zu Recht als Bibel des ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Service, Seite 54
von Marc Staudacher
Tamerlano» (1724) wird von Händel-Kennern wegen seiner harmonischen Kühnheit und der atemberaubenden Selbstmordszene des türkischen Sultans Bajazet, eine der raren großen Tenor-Partien der Opera seria, geschätzt, vom Publikum aber eher als spröde gefürchtet. Mit diesem Eindruck macht Riccardo Minasi jetzt Schluss. Seine Tempi zielen nicht auf vordergründigen Drive,...
Emilio Arrieta (1821–1894) wusste, was man als Komponist einer Mäzenin wie Königin Isabella II. schuldet. Die zweite Oper, «La Conquista di Granata» (Die Eroberung von Granada) wurde 1850 am Madrider Hof uraufgeführt – und der in Mailand ausgebildete Navarreser tat darin alles, um die Vorgängerin seiner royalen Gönnerin ins beste Licht zu rücken.
Dass die Oper...
Am Ende steht ein roter Punkt. Er prangt auf einem überdimensionalen Schwarzweißfoto, das die tote Mimì zeigt. Schon drängen sich die Atelier-Besucher um das Bild der Toten. Das Sterben als Attraktion, als Kunstwerk, als Ware. Tod geht immer gut. Eine sichere Nummer auf jeder Vernissage. Das Bild der Hingegangenen mit rotem Punkt – schon verkauft.
Andrea Moses hat...
