Man höre und staune!

Man höre Ernst Kozub – und staune

Opernwelt - Logo

Seine Stimme war so schön – er war einer der besten Heldentenöre, die ich je gehört hatte.» So schreibt im Rückblick kein Geringerer als Georg Solti in seinen Erinnerungen über Ernst Kozub, den «herrlichen Wagner-Tenor aus Ostdeutschland», nicht wissend, dass Kozub aus Duisburg stammte (wie Rudolf Schock), im Zweiten Weltkrieg als Verwundeter nach Thüringen verschlagen wurde und blieb, um nach Kriegsende dort auch zu studieren und zunächst an der Berliner Komischen Oper zu debütieren. Das war zu Beginn der Fünfzigerjahre.

Solti und Kozub trafen 1954 in Frankfurt am Main aufeinander, als Solti dort schon zwei Jahre lang GMD und Kozub, dreißigjährig, in den Westen gewechselt war. In Rolf Liebermanns «Penelope» arbeiteten sie zum ersten Mal zusammen, es folgten «Die Zauberflöte», «Hoffmanns Erzählungen», «Die Fledermaus», «Der fliegende Holländer», «Don Carlos», «Parsifal» und «Die Walküre». Mit dem Namen Soltis verbindet sich aber auch ein schmerzlicher Einschnitt in Kozubs Karriere. Für viele Connaisseurs heute ist es nur noch eine kuriose Anekdote der Schallplattengeschichte, für Kozub war es sehr viel gravierender. 1963 wurde im Rahmen von Soltis fabelhaftem «Ring des Nibelungen» ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2012
Rubrik: Magazin, Seite 80
von Jens Malte Fischer

Weitere Beiträge
Mentales Nichts

Soll es ein Wald sein, dichtes Geäst, durchsetzt von Lichtpunkten? Oder doch eine Metropole aus der Vogelperspektive? Oder einfach ein Haufen Geröll? Schimmert plötzlich ein bleiches Riesengesicht hervor? Schwer zu sagen, schwer zu sehen, was da im ersten Akt hinter Mimes metallener Baukastenwerkstatt flimmert. Denken kann man sich viel, es bringt aber wenig. Denn...

TV-Klassiktipps

ARD
23.11. – 0.30 Uhr
«Zum Sterben schön».
Film von Harald Woetzel über Musik für das letzte Finale.

ARTE
1./7./13./19.11. – 6.00 Uhr
Vadim Repin interpretiert
Lalo: Symphonie espagnole. Orchestre philharmonique de Radio France, Myung-Whun Chung.

2.11. – 6.00 Uhr
Für mein Leben habe ich kämpfen müssen.
Dokumentation von Georg Wübbolt über Sir Georg Solti.

4.11. – 17.10 Uhr
14....

Kleine Leut’ ganz groß

Jede Köchin muss in der Lage sein, die Staatsmacht auszuüben», lässt sich Lenin im Programmheft zitieren. Bevor das allerdings geschehen kann, gilt es erst einmal Tabula rasa zu machen in den eigenen vier Wänden. Von denen kann in der Oper «Wir gratulieren» von Mieczyslaw Weinberg zwar nicht die Rede sein; zwei Akte lang spielt sie in der Küche eines...