Werkstatt und Werk

Die Schriften des Dirigenten Hartmut Haenchen liegen in einer erweiterten Ausgabe vor

Opernwelt - Logo

Hartmut Haenchens zweibändige Textsammlung war schon bei ihrem Erscheinen ein Kompendium besonderer Art. Hier spricht ein Dirigent, der zugleich Musikforscher ist in dem Sinn, dass er alles, was er tut, nicht nur werkinhärent am Notentext hinterfragt, sondern sich auch intensiv mit Quellen aus­einandersetzt, mit Fassungsfragen zum Beispiel, mit historischen Gegebenheiten der Aufführungspraxis – und der darüber sich selbst, seinen Musikern und oft auch seinem Publikum schriftlich Rechenschaft ablegt.

Es gibt nicht viele Dirigenten, von denen wir solche zwischen Analyse, Musikpraxis und Rechenschaftsbericht angesiedelten Texte haben. Kirill Kondraschin gehört dazu, Hermann Scherchen und Hans Swarowsky. Die Memoirenblüten sogenannter Stars haben damit nichts zu tun. «Opernwelt» hat deshalb Haenchens spannenden Aufsatz zu den Tempi bei Wagner im Jahrbuch 2013 als Vorabdruck veröffentlicht.

Für die 2016 wiederum im Pfau Verlag erschienene zweite Ausgabe hat Haenchen einige Aktualisierungen vorgenommen. Vor allem aber sind neue Texte dazugekommen. ­Einer von ihnen gilt der Höhe des Stimmtons. Haenchen erinnert daran, dass sich die Stimmung im ganzen 19. Jahrhundert nach oben entwickelte ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt August 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 30
von Stephan Mösch

Weitere Beiträge
Renaissance des Leichten

Für die lang geschmähte Operette sind längst wieder bessere Zeiten angebrochen. Es scheint, dass – wie in den 50er-Jahren, als Werner Schmidt-Boelcke und Franz Marszalek auf diesem Gebiet Pionierarbeit leisteten – die Rundfunkanstalten bei der Wiederentdeckung und Neubewertung eine führende Rolle spielen. Drei Produktionen aus Hamburg, Köln und München sind jetzt...

Aus dem Ensemble

Was haben die Spätromantik und das erfundene Rokoko des Duos Hofmannsthal-Strauss mit dem Surrealismus zu tun? Auch mit scharfgestellter Dramaturgen-Lupe wollen partout keine belastbaren Verbindungslinien sichtbar werden. Dennoch tappen in Gregor Horres’ Hagener Inszenierung des «Rosenkavalier» immer wieder gesichtslose Männer im schwarzen Anzug mit Bowler-Hut auf...

Die Schlacht an der Somme

Am 1. Juli 1916 begannen französische und britische Streitkräfte im Somme-Gebiet eine Großoffensive gegen die deutsche Wehrmacht. Doch schon am selben Abend waren fast 20.000 der britischen Soldaten gefallen. Der Kampf tobte bis Mitte November, ehe er, weitgehend ergebnislos, abgebrochen wurde. Innerhalb weniger Monate kamen auf beiden Seiten der Front rund eine...