Bekräftigung alter Maßstäbe
Was haben «Carmen» und «Don Giovanni» gemeinsam? Nichts. Wenn die jüngsten CD-Veröffentlichungen beider Opern an dieser Stelle dennoch gemeinsam gewürdigt werden, hängt das mit der Entstehung beider Produktionen zusammen. Im letzten Jahrzehnt sind neue Opern-Veröffentlichungen auf CD selten geworden, zugunsten der DVD. Meist handelt es sich (wie bei den Gergiev-Einspielungen aus London und St. Petersburg oder Marek Janowskis Wagner-Zyklus aus Berlin) um mitgeschnittene Live-Aufführungen.
Vor allem die Major-Labels haben, von einzelnen Aufnahmen abgesehen, um Studioproduktionen einen Bogen geschlagen. Ist es Zufall, wenn es sich bei den vorliegenden Neuerscheinungen nicht um (reine) Live-Mitschnitte handelt?
Berlins Philharmoniker haben bei den diesjährigen Salzburger Osterfestspielen ihre Abschiedsvorstellungen gegeben – mit Bizets «Carmen» und Magdalena Kozená in der Titelpartie (vgl. OW 5/2012). Nach Aufführungen im Großen Festspielhaus reiste der Tross nach Berlin; dort wurde das Werk unter Simon Rattles Leitung konzertant in der Philharmonie aufgeführt. Anschließend folgten die Aufnahmesitzungen für die nun vorliegenden zwei CDs. Dieses Modell ist nicht neu, wurde aber zuletzt ...
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Opernwelt September/Oktober 2012
Rubrik: Medien, Seite 42
von Christoph Vratz
Er war sechzig Jahre alt und hatte ebenso viele Opern geschrieben, als die Entscheidung fiel. Giovanni Simone Mayr kehrte dem Theater den Rücken und schrieb fortan nur noch Sakralmusik. «Demetrio, Re di Siria», am 27. Dezember 1823 am Teatro Regio in Turin uraufgeführt, könnte man dabei als eine Art Vermächtniswerk ansehen, in dem der Komponist die Summe seiner...
Calixto Bieito hat wieder einmal zugelangt und in seiner Inszenierung von Jean-Philippe Rameaus ballet bouffon «Platée» die Hosen heruntergelassen. Bieito erzählt die Geschichte der hässlichen Sumpfnymphe Platée, die zum Spaß mit Jupiter verkuppelt und bei Rameau von einem Tenor dargestellt wird, als die Geschichte eines (von Thomas Walker glänzend gespielten,...
So stellen sich die Bayern ihren weiß-blauen Himmel eben vor: als allerliebreizendstes Barockputten-Paradies, in das man freilich bei Ablauf der Lebensfrist nicht unbedingt berufen werden will. Man kann ja schließlich auch Gevatter Tod, hier Boandlkramer genannt, mit «Kerschgeist» beim Karteln unter den Tisch saufen. «Der Brandner Kasper», nach Franz von Kobells...
