Ende gut, alles gut

Görlitz zeigt Zemlinskys Kleider machen Leute

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Und Polen, das ist doch so weit», wundern sich die Goldacher Bürger. Das Publikum im Gerhart Hauptmann Theater grunzt belustigt, schließlich ist halb Görlitz polnisch. Bei der Wahl von Alexander Zemlinskys «musikalischer Komödie» Kleider machen Leute (1922) nach Gottfried Kellers Novelle hat Intendant und Regisseur Klaus Aarauner ein Stück mit Lokalbezug gefunden, zumal eins, in dem die gesamte Belegschaft samt Tanzcompany gut zu tun hat. Der polnische Schneidergeselle Wenzel Strapinski (Jan Novotny) zieht aus, sein Glück zu machen, und hat sich dafür fein gekleidet.

Im bigotten Städtchen Goldach hält man ihn für einen Grafen. Wenzel spielt mit, betört von Amtsratstochter Nettchen (Audrey Laro­se Zicat). Auf der Verlobungsfei­er fliegt die Sache auf. Meistersgattin statt Gräfin? Nettchen ist da unkompliziert. Ende gut, alles gut. Als «einen der frühesten Antipatheten» hat Adorno Zemlinsky bezeichnet und auf Ähnlichkeiten zu Weill hingewiesen. Man möchte erweitern: zu Weill und Lehár, denn es ist auch eitel Operettenschmelz darin. Musikalisch durchaus ein lohnender Fund, tapfer vorgestellt von Ulrich Kern und der Lausitzer Philharmonie. Leo Felds Libretto aber fehlt’s an Tempo, ...

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Opernwelt Januar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Wiebke Roloff

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