Editorial Juli 2012

Opernwelt - Logo

Für viele gehört Dietrich Fischer-Dieskau neben Enrico Caruso und Maria Callas zu den drei wichtigsten Sängern des 20. Jahrhunderts. Was er mit den beiden gemeinsam hatte, war weder das Repertoire noch die Art zu singen, sondern die immense, durch Aufnahmen gestützte Wirksamkeit. Fülle und Vielfalt seines Repertoires waren und sind ohne Vergleich. Er hob das Kunstlied in ganz neuer Weise ins Bewusstsein einer weltweiten Öffentlichkeit. Sein Einsatz für zeitgenössische Musik hat viele Komponisten zwischen Benjamin Britten und Hans Werner Henze angeregt.

In der Oper sprengte er die tradierten Fächergrenzen. Vor allem aber hat er den Kunstgesang selbst wesentlich beeinflusst. Was sängerische, musikalische, mentale Auseinandersetzung mit Werken bedeutet, hat er neu definiert und vorgelebt.

Wir haben Dietrich Fischer-Dieskau, der am 18. Mai 2012, wenige Tage vor seinem 87. Geburtstag, in Berg am Starnberger See gestorben ist, in diesem Heft eine große Hommage gewidmet. Sängerkolleg(inn)en wie Brigitte ­Fassbaender und Thomas Hampson kommen darin ebenso zu Wort, wie Pianisten, die viele Jahre mit ihm gearbeitet und viel von ihm gelernt haben: Daniel Barenboim und Hartmut Höll. Aribert ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2012
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch, Albrecht Thiemann

Weitere Beiträge
Das Lied als Kammermusik

Dieter – er ist mir ganz nah, mit seinem lieben Gesicht, dem Klang seiner Stimme, seiner Freundlichkeit, seinem Humor. Stunden vor seinem Tod durfte ich ihn noch besuchen, sprach mit ihm, freute mich an seinem leisen Lächeln, litt mit ihm und für ihn angesichts seiner Schwäche. Vor zwei Tagen haben wir ihn begraben – auf dem Berliner Waldfriedhof an der Heerstraße,...

Kein Nach-, sondern ein Neuschöpfer

Die Nachricht, dass Dieter von uns gegangen ist, erreichte mich letzte Woche in Schwetzingen, unmittelbar nach einer Probe mit Christine Schäfer und Axel Bauni für mein Stück «Nacht-Räume», das wir abends in einem Konzert aufgeführt haben. Ganz unter dem Eindruck dieser unfassbaren Endgültigkeit saßen wir am späten Abend noch eine Weile zusammen. Beide, Christine...

Apropos...Spätstart

Frau Fredrich, warum sind Sie als Sängerin so spät gestartet?
Ich wollte immer einen ordentlichen Beruf lernen. Und wusste nicht, was in mir steckt. Ich bin jetzt über 30. Habe aber erst 2004 mit dem Singen begonnen. Bis Januar war ich Tontechnikerin beim RBB. Ich habe vier abgeschlossene Berufsausbildungen, darunter eine als Gesangspädagogin. Den Mut, selbst...