Debütanten-Event
Wie fragil eine Wagner-Aufführung doch ist – zumal, wenn sie der Eventitis anheimfällt! Der Schlussbeifall für «Tristan und Isolde» bei der Premiere am Staatstheater Nürnberg fiel zwar stürmisch aus, war aber eher darauf zurückzuführen, dass die Vorstellung live in fast fünfzig Kinos übertragen und im Radio gesendet wurde. Für weniger lokalpatriotische Augen und Ohren wirkte der Abend nicht so bravourös. Was zunächst einmal an der Tagesform des Titelprotagonisten Vincent Wolfsteiner lag.
Schon früh zeichnete sich ab, dass der neue Heldentenor im Ensemble es ausgerechnet bei seinem Rollen- und Nürnberg-Debüt nicht leicht haben würde. Er sang in keiner Phase frei und kämpfte zunehmend mit der schweren, im zweiten Akt ohnehin gekürzten Partie. Dabei sind seine stimmlichen Anlagen vielversprechend, soweit sich das trotz Indisposition beurteilen lässt. Dass dem begabten Darsteller die «Tristan»-Verkörperung nur achtbar geriet, lag nicht zuletzt an den Vorgaben der Regie.
In der Inszenierung von Monique Wagemakers und im abstrakten Raumschiffbild von Dirk Becker wird viel gestanden, gekniet und unmotiviert hin- und hergelaufen. Den männlichen Figuren hat Kostümbildnerin Gabriele Heimann ...
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Opernwelt Dezember 2012
Rubrik: Panorama, Seite 50
von Monika Beer
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