Alles im Fluss
Barrie Kosky liebt das Tingeltangel, das Zirzensische, die Show. Und er spielt gern den Bühnenzauberer. Zu Saisonbeginn schickte er an der Komischen Oper Berlin Verdis «Rigoletto» in einen Affenzirkus und riskierte vor lauter Taschenspielertricks, dass statt einer neuen Verdi-Sicht oder zumindest eines Kaninchens bisweilen nur ein falscher Hase aus dem Zylinder kam. Jetzt startete er am Niedersächsischen Staatstheater in Hannover einen neuen «Ring» ebenfalls mit einem Abstecher ins Varieté.
Das ging besser auf, vielleicht weil er diesmal seinen Einfall nicht abendfüllend überanstrengte. Für Kosky ist der Rhein eine Art Friedrichstadtpalast. Erst strecken die Rheintöchter ihre Köpfe durch den ansonsten geschlossenen Bühnenvorhang, als wollten sie sich vergewissern, dass auch alle da sind. Dann lassen der Regisseur und sein Ausstatterteam Klaus Grünberg (Bühne) und Klaus Bruns (Kostüme) Showgirls mit viel Federn zu Wagalaweia sehr bildhaft und vor allem sehr musikalisch Wogen wedeln. Das Rheingold ist eine barbusige Schöne, die auch Goldfinger betören könnte. Stattdessen wird sie von Alberich geraubt und in einem Umzugskarton verstaut. Der Zwerg tritt zunächst wie der Star einer ...
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Mehr als ein halbes Jahrhundert hat sie auf der Bühne gestanden, zuletzt vor zehn Jahren. Ein geschäftstüchtiger Star moderner Prägung ist sie nie gewesen, aber ihre Karriere war stetig und die künstlerische Ernte ihrer Arbeit gewaltig, zum Glück festgehalten in zahlreichen Ton- und einigen Filmdokumenten. Am 20. November ist die Sopranistin Elisabeth Söderström im...
So recht hat das Publikum des deutschen Nationaltheaters vermutlich noch immer nicht begriffen, was für eine Sensation es in den letzten Jahren miterleben durfte. Zwar verrät die Biografie im Beiheft der neuen Weimarer «Rigoletto»-Produktion, dass der Titelheld der Aufführung diese Rolle inzwischen auch an der Met, in Los Angeles und in Wien singt oder singen wird...
