Ein persönlicher Ton
Bayreuth ist bekanntlich die «Wagner-Stadt». Aber hätte es Markgräfin Wilhelmine nicht gegeben, wäre Richard Wagner niemals ins Fränkische gekommen. Schon lange vor der Gründung der Festspiele gab es hier ein Musiktheater, von dem heute noch das Markgräfliche Opernhaus kündet. Rund ein Jahrzehnt vor seiner Eröffnung schrieb die spätere Bauherrin ihre einzige Oper: «Argenore». Das Stück über den tyrannischen König Argenore erlebte erst seit dem Ende des 20. Jahrhunderts einige wenige Aufführungen in Erlangen, Bayreuth und Potsdam.
Die Dramaturgie ist insofern originell, als am Ende nicht das übliche lieto fine, sondern, mit nicht weniger als fünf toten Hauptdarstellern und dem Selbstmord des Titelmonstrums, die totale Katastrophe steht. Ist die Tragödie, in der Wilhelmine möglicherweise ihre persönliche Familiengeschichte am preußischen Hof abarbeitete, alles andere als konventionell, so hat die Partitur viel Konventionelles und Gefälliges.
Eine komplette Einspielung liegt bislang nicht vor, nur wenige Arien wurden gelegentlich aufgenommen. Nun liegt eine Auswahl von immerhin elf Stücken vor, die 2009 in Bayreuth mitgeschnitten wurden. So kann man sich ein Bild von der musikalischen ...
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Opernwelt Februar 2011
Rubrik: Medien/CD, Seite 17
von Frank Piontek
Die Republik fördert die Entwicklung der Kultur und die wissenschaftliche und technische Forschung. Sie schützt die Landschaft und das historische und künstlerische Erbe der Nation.» Den Artikel 9 der italienischen Verfassung in einem Opernhaus vorzulesen, ist nicht üblich. Daniel Barenboim tat es, «tief besorgt», bevor er den Taktstock zur neuen «Walküre» hob....
Die großen Opern Giacomo Meyerbeers werden selten gespielt. Das liegt nicht nur an den exorbitanten Anforderungen an die Sänger der Hauptpartien und am szenischen Aufwand. Auch die Quellenlage ist prekär: Meyerbeer pflegte mehr Musik zu komponieren, als er brauchte, und die endgültige Fassung der Oper erst während der Proben zu erstellen. Was nach oft radikalen...
Berlin, 1986. In der Theatermanufaktur zeigt die Berliner Kammeroper «Elegie für junge Liebende». Ich betrete den Raum und bin sofort fasziniert: der offene Raum ungewöhnlich genutzt, rechts ein hervorragend spielendes Orchester unter der Leitung von Brynmor Jones, links auf einer Empore Regine Schudel als Hilde Mack, vor einem riesigen Alpenveilchen, das immer...
