Toscanini!

Strassburg, Beethoven: Fidelio

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Ein tönender Überfall. Kopfüber stürzt sich das Orches­tre philharmonique de Strasbourg in diesen «Fidelio». Das Fanfarenmotiv am Beginn der Ouvertüre: wie ein Startschuss, schnell, fast schon hastig, alles beiseite drückend, keinen Einwand duldend, basta. Der Straßburger Beethoven-Tonfall ist eher harsch, wie abgerissen, schmucklos drängend, ja, dringlich, Verve ohne Federlesens, ungehobelt beinahe, im Langsamen von schier brütender Intensität. Toscanini!, denkt man beiseite. Jedenfalls bestimmt die Musik das Klima dieser Koproduktion mit Toronto und Nürnberg.

Erstmals an der Opéra du Rhin am Pult: Marc Albrecht, seit einem Jahr (Konzert-)Chef des Orchesters. Die Arbeit trägt ohren­scheinlich Früchte. Drall und Drive der hier wieder mal eingeschobenen, ohne Pause in den Finalappell überführten dritten Leonoren-Ouvertüre sind ungeheuer.
Andreas Baeslers Regie auf Andreas Wilkens‘ Bühne ist von der Idee her bestechender als im inszenatorischen Detail. Das Manhattan aus Schubladentürmen, die sich am Ende zum Karteiblätterregen neigen, als seien sie entwurzelt; diese Bau-gewordene, groteske Menschenfeindlichkeit; die zivile Kleidung, die, einer Hoffnungsfolter gleich, aus dem ...

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Opernwelt August 2008
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Heinz W. Koch

Vergriffen
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