Außer Atem

Köln/Osnabrück | Verdi: La forza del destino

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Fast senkt Will Humburg selbst ein wenig die Stimme, wenn er daran erinnert, dass der Titel «La forza del destino» in Verdis Heimat meist hinter vorgehaltener Hand erwähnt wird. Man ist abergläubisch jenseits der Alpen. Und angesichts des pessimistischen, fatalistischen Strudels, in den die Hauptfiguren von Anfang an geraten, ahnt man, warum «l’opera innominabile», die unaussprechliche Oper, in Italien relativ selten auf den Spielplänen erscheint.



An deutschen Theatern ist man weniger zimperlich und stellt sich dem düsteren Treibstoff namens Schicksal so willig wie der Überraschungsdramaturgie des Librettisten Francesco Maria Piave, die der klassischen Ausgewogenheit der Schauplätze und Ökonomie der Auftritte Hohn spricht. Jüngste Beispiele: die Spielzeitpremieren in Köln und Osnabrück. Will Humburg, der seinen Chefdirigentenposten in Catania in diesem Frühjahr entnervt niederlegte und den kunstfeindlichen Zuständen in Italien den Rücken kehrte, weist gern auf die komplizierten Szenenwechsel zwischen Palazzo, Schlachtfeld und Kloster hin, die auch die Protagonisten regelrecht fortspülen: Nur zweimal begegnet sich das hohe Paar Leonora und Alvaro, und eigentlich ist es schon beim ...

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Opernwelt November 2012
Rubrik: Panorama, Seite 47
von Michael Struck-Schloen

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