Rasende Passion

Der größte dramatische Tenor in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts: eine Hommage zum 80. Geburtstag von Jon Vickers

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Seine Aufführungen von Otello, Peter Grimes, Tristan, Parsifal, Don José, Canio, Laca, Hermann, Don Alvaro, Samson (von Händel wie von Saint-Saëns) und Florestan haben bei Tausenden von Opernenthusiasten unauslöschlichen Eindruck hinterlassen – sowohl wegen der überwältigenden Intensität der Darstellung als auch wegen der hypnotischen Ausdrucksvielfalt seines Vokalismus.

Ganz gewiss hat er sich einen Platz in jenem Pantheon verdient, in dem ein charismatischer Darsteller und eine vielgestaltige Rolle sich verbanden: wie Carusos Canio, Schaljapins Boris, Calvés Carmen, Rysaneks Frau ohne Schatten, Oliviers Oedipus und Gielguds Hamlet.        (William Albright)

All diese Eigenschaften und Fä­hig­keiten von Jon Vickers hatten eine dramatische Kehrseite. Viele, die mit ihm zu arbeiten hatten, haben unter ihm sowohl psychisch als auch physisch zu leiden gehabt. Im Vergleich mit ihm –, seinem moralischen Rigorismus und seiner Intoleranz, seiner Wildheit und Gewalttätigkeit – war Maria Callas ein Lamm. Doch entsprang sein widersprüchliches Verhalten nicht bloßen Launen. Vickers sah in seiner Arbeit und seiner Karriere, wie Jeannie Williams in ihrer Biografie des Sängers («A Hero’s Life») ...

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Opernwelt November 2006
Rubrik: Porträt, Seite 38
von Jürgen Kesting

Vergriffen
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