Drei Buchtipps zum Thema Wagner
WAGNERSPECTRUM
Heft 1/2019 (15. Jahrgang) – Schwerpunkt: Siegfried Wagner
Königshausen & Neumann, Würzburg 2019; 352 Seiten, 24 Euro
Zum 150. Geburtstag Siegfried Wagners gratulierte Bayreuth mit zwei Aufführungen seiner Oper «An allem ist Hütchen schuld» (im Markgräflichen Opernhaus) sowie mit der Uraufführung «Siegfried» von Feridun Zaimoglu und Günter Senkel (in der Kulturbühne Reichshof), einem Auftragswerk der Festspiele. Beide Produktionen fanden nach Redaktionsschluss der vorliegenden Ausgabe statt.
Es bleibt in Sachen Siegfried Wagner daher ein Buchhinweis, freilich ein gewichtiger. Die jüngste Ausgabe des «wagnerspectrum» hat dem Festspielleiter, Komponisten, Regisseur und Dirigenten einen Schwerpunkt gewidmet. Das ist umso bemerkenswerter, als die persönliche Korrespondenz des Wagner-Sohns nach wie vor in Privatbesitz und nicht zugänglich ist. Seine oft widersprüchliche künstlerische Haltung (laut eigener Aussage von Gordon Craigs Ideen fasziniert, aber als Regisseur konservativ) und seine völkisch-antisemitische Weltanschauung (wenn auch nicht so radikal vertreten wie von seiner Frau Winifred) werden aufgrund der vorliegenden Dokumente zusammengefasst. Neues ergibt sich ...
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Opernwelt September/Oktober 2019
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Stephan Mösch
Frédéric Chopin gilt als «größter polnischer Komponist». Derlei Zuordnungen haben in der Regel ihr Richtiges wie Falsches. Denn trotz seiner Polonaisen und Mazurken war der in Paris lebende Chopin weniger ein nationaler als ein «europäischer» Komponist. Und das, obwohl Friedrich Nietzsche 1888 bekannte: «Ich bin immer noch Pole genug, um gegen Chopin den Rest der...
Großer Bahnhof für Wolfgang Wagner, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Einen «fränkischen Sokrates» hatte ihn einst Walter Jens genannt. Fast 60 Jahre leitete er die Bayreuther Festspiele (davon 15 mit seinem Bruder Wieland). Nun wurde er nicht nur in Haus Wahnfried mit einer Ausstellung geehrt, von der vor allem viele bislang unveröffentlichte Fotos...
In Shakespeares «Henry V» heißt es: «The empty vessel makes the greatest sound» – ein leerer Topf tönt am lautesten. Natürlich darf man dabei an aktuelle politische Ereignisse denken; dass sich freilich immer wieder Mehrheiten finden, die Politclowns ernst nehmen und wählen, ist so erstaunlich wie unheimlich. Ob Satire helfen kann, den Pessimismus zu mindern? Wie...
