Totale Verunsicherung, diebisches Vergnügen
Ihre Treue wurde der «Nymphe» bisher kaum gelohnt: Obwohl die 1732 zur Eröffnung des neuen Theaters von Verona komponierte «Fida ninfa» lange Zeit die einzige in einer modernen Edition zugängliche Vivaldi-Oper war, hatte das keine ernst zu nehmende Gesamteinspielung zur Folge. Selbst die Chance der hochkarätig besetzten Produktion bei den Potsdamer Musikfestspielen 2004 (u. a. mit Jacek Laszczkowski und Max Emanuel Cencic) wurde nicht für eine Aufnahme genutzt.
Unverständlicherweise, denn schon beim ersten Hören wird deutlich, dass die «Ninfa» eine der originellsten und anspruchsvollsten Opernpartituren Vivaldis ist. Für den festlichen Anlass stellten die Veroneser dem Starkomponisten aus Venedig nicht nur ein groß besetztes Orchester und einige der virtuosesten Sänger der italienischen Opernszene zur Verfügung, sondern gaben ihm und seinem Librettisten Scipione Maffei offenbar auch künstlerisch Carte blanche.
Ein Freiraum, den Vivaldi und Maffei für ein Stück nutzten, das gewissermaßen Karneval mit dem Musiktheater an sich spielt: Schon der Titel, der eher ein harmloses Schäferspiel vermuten lässt, ist nur die Maske für eine große Oper von Seria-Format; die eigentlich simple ...
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