Neuer Stern am Operettenhimmel
Bis zum Bersten ist dieses Stück mit echten Operetten-Ohrwürmern und musikalischen Raffinessen gefüllt, ist voller Charme, Frivolität und unverhohlenem Spaß am Absurden und besitzt sogar einen zündenden Cancan. Wenn es in der Welt mit rechten Dingen zuginge, müsste Emmanuel Chabriers «L’´Étoile» eigentlich an jedem Stadttheater Offenbachs «Or-
pheus in der Unterwelt» den Rang der meistgespielten französischen Operette streitig machen.
Erstaunlicherweise aber ist die 1877 uraufgeführte Opéra-bouffe bis heute eine Rarität auf den Spielplänen: Selbst Operettenguru Volker Klotz lässt das Werk in seinem Standardwerk links liegen, und nicht einmal John Eliot Gardiners 1985 erschienene exemplarische Lyoner Einspielung konnte an dieser Missachtung viel ändern. Ob die soeben beim Bärenreiter Verlag erschienene Urtext-Edition dem «Étoile» endlich zu seinem Recht verhilft, steht in den Sternen, zumindest aber nutzen in dieser Saison gleich drei Opernhäuser die Tatsache, dass das Aufführungsmaterial des Werks endlich problemlos verfügbar ist: Noch vor der Berliner Staatsoper, wo Simon Rattle und Gattin Magdalena Kozená im Mai 2010 den «Étoile» funkeln lassen wollen, haben jetzt die Theater in ...
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