Chamäleon
Gute Laune ist der Hauptgang dieses Menüs, das sich «Songplay» nennt und als dessen Köchin Joyce DiDonato fungiert. Wenngleich man sich beim Hören auch an Fritz Kortner erinnern mag, der einmal gestand, er habe gelacht, aber unter seinem Niveau. Denn nicht alles scheint gelungen; manches bleibt im Niemandsland des Crossover hängen.
Obwohl es dann doch wieder irgendwie aufgeht, wenn klassische Tradition und Jazz in ein nuptiales Bett gezwungen werden, etwa bei Alessandro Parisottis «Se tu m’ami», wo die Sängerin und ihre musikalischen Reisebegleiter aus dem Jazzland sich aufführen wie Hallodris auf dem Schulhof, die den Braven das Spielzeug wegnehmen und sich damit ihren (sanften) Jux machen. Oder bei «Col piacer della mia fede» aus Vivaldis «Arsilda, regina di Ponto», wo die zunächst historisch angenäherte Darbietung plötzlich aufs schiefe, jazzige Gleis gerät. Oder wenn das «Quella fiamma» aus einer Barock-Cantata Francesco Contis quasi nach Lateinamerika gezoomt und zum Tango umfunktioniert wird. Das mag für manches Ohr recht flach wirken, doch es macht Laune.
Auf jeden Fall erinnert dieses Verfahren auch an Play Bach von Jacques Louissier aus den 1960er-Jahren, wobei sich ...
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Opernwelt Juli 2019
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 24
von Gerhard Persché
Das größte Ereignis hier ist die Musik. Gut, John Adams hat für seine Oper «Nixon in China» ein Geflecht von Ohrwürmern komponiert, dieses mit einem treibenden Rhythmus unterlegt und mit Pop-, Jazz-, Barock-, Strauss- und Wagner-Zitaten angereichert. Aber es bleibt bei dieser Musik, die viel mehr ist, als man gemeinhin unter «Minimal Music» versteht, auch etwas...
Bald sind es vier Jahrzehnte. So lange wird Carola Fischer dann als Solistin auf der Bühne des Staatstheaters Cottbus gestanden haben. Aber was heißt hier: gestanden? Fast alle für ihren Mezzosopran geeigneten Rollen hat die gebürtige Berlinerin an dem Haus gesungen, von den leichten bis zu den schweren Fächern, von Mozarts quirligem Cherubino bis zu Wagners...
«Werktreue» haben Susanne Herrnhausen und Gerhard Brunner ihre Zürcher Agentur getauft, die erste und bislang einzige, die sich auf Vermittlung von Opernregisseuren spezialisiert. Ein altmodischer Name, der schon einiges aushalten musste! Er fällt uns unweigerlich wieder ein, oder vielmehr, auf die Füße, jedes Mal, wenn wir ein Opernhaus betreten, in dem einer der...
