Per Gondel nach Walhall
Gut möglich, dass sie selbst nicht mehr daran geglaubt haben. Einst wurden Dieter Dorn und Jürgen Rose, in gefühlter ewiger Theater-Kollaboration verbunden, von Wolfgang Sawallisch gefragt, ob sie 1987 Wagners «Ring des Nibelungen» an der Bayerischen Staatsoper realisieren wollen. Dorn, damals Prinzipal der Münchner Kammerspiele, lehnte ab. Zu aufwändig, zu viel Arbeit neben dem Intendantenjob. Gleichwohl: Ein Konzept wurde entworfen – man weiß ja nie. Und verändert wurde es 26 Jahre später kaum, sagt nun der Regisseur.
Was auch gar nicht geht nach dem Selbstverständnis eines Duos, das aus aller Modenregiewelt gefallen ist. Menschenschau und Charakterbefragung pur, das funktioniert bei den beiden, ob in Schauspiel oder Oper, ohne szenische Krücken und Konzeptwust.
Eine Absage brachte nun die späte Erfüllung der Pläne. Eigentlich sollte Christof Loy den Genfer «Ring» inszenieren, nach seinem Rückzug holte Intendant Tobias Richter die Routiniers. Keine Experimente, sondern solide, handwerklich gut abgesicherte Theaterfantasie, das ist der Kontrapunkt zur kommenden Bayreuther Castorf-Tetralogie. Ein solches luftig-leichtes «Rheingold»-Finale wie jetzt am Grand Théâtre ward auch noch ...
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Opernwelt Mai 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Markus Thiel
Das Anhaltische Theater Dessau bringt zwischen 2012 und 2015 Wagners «Ring» heraus – originellerweise rückwärts, also in der Reihenfolge der Entstehung der Libretti (nicht aber der Partituren!) von «Siegfrieds Tod/Götterdämmerung» bis «Rheingold». Ob das wirklich eine glückliche Entscheidung war, ließ sich am «zweiten» Abend bezweifeln. Erst von André Bückers...
Sehnsucht nach den Sechzigerjahren. Als das Schlammtheater noch eine Botschaft war, als das Publikum mitmachen durfte und sich hinter jedem Experiment ein Tabu verbarg..: Herrlich war das! Verständlich daher, dass man Henri Pousseurs «variable Oper» mit dem Titel «Votre Faust» rund fünfzig Jahre nach ihrer Entstehung noch einmal aufführt. Es ist eine der wenigen...
Frau Harms, mit dem Kirchentag hätten wir Sie nicht unbedingt in Verbindung gebracht. Wer hatte die Idee, Bonhoeffer auf die Opernbühne zu bringen?
Das Projekt geht auf einen Vorschlag des Kirchentagspräsidenten Gerhard Robbers zurück. Vor zwei Jahren fragten mich die Librettisten Theresita Colloredo und David Gravenhorst, ob ich die Regie übernehmen wolle.
Ihre...
