Kunst der einfachen Geste
Vornehm ausgedrückt, haben wir es mit lauter überreizten Figuren zu tun. Sie fuchteln in grellem Licht mit ihren Messern, das Blut spritzt munter, die Bühne gleicht einem Müllhaufen. Es wird gesexelt und proletet, gespuckt, gesoffen und deliriert. «Don Giovanni» aus der Sicht Calixto Bieitos. Wir wollen diese Zeilen lieber nicht damit füllen, wie der katalanische Regisseur Mozarts Oper zerlegt, zumal man über das Seelenleben des Titelhelden herzlich wenig erfährt.
Stattdessen sei daran erinnert, wie die bundesdeutschen Feuilletons diese Inszenierung nach ihrer Premiere in Hannover zerfleddert und hochgejubelt haben, wie ratlos die Köpfe geschüttelt und eifrig Bravi geschrieben wurden.
Bei der nun veröffentlichten DVD-Produktion handelt es sich um die Montage zweier Mitschnitte aus Barcelona. Zur Erinnerung: Bei Bieitos «Don Giovanni» handelte sich um eine internationale Koproduktion mit der English National Opera London (Premiere im Juni 2001), mit der Staatsoper Hannover und eben dem Gran Teatre del Liceu Barcelona.
Wer vor Bieitos Schreddermaschine, in der nacktes Fleisch, Folter, Mord, Vergewaltigung und sonstige Zutaten wild und gelegentlich auch in Kongruenz zur Musik ...
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