Wotan als Gentleman
Zunächst studierte Thomas Stewart Mathematik und arbeitete dann in einem Laboratorium für mathematisch-physikalische Forschungen. Sein Gesangstudium absolvierte der gebürtige Texaner an der New Yorker Juilliard School. Als Student sang er 1954 in der amerikanischen Erstaufführung von Strauss’ «Capriccio» den La Roche. Sein eigentliches Debüt erfolgte 1954 an der New York City Opera als Commendatore im «Don Giovanni». 1956 ging Stewart nach Europa und wurde 1958 an die Städtische Oper Berlin (später Deutsche Oper Berlin) engagiert.
1960 debütierte er als Amfortas bei den Bayreuther Festspielen. Bis 1972 sang er dort alle wichtigen Partien seines Fachs. Ab Mitte der sechziger Jahre konnte er sich international als bedeutender Wotan-Sänger etablieren. Sein Göttervater wurde als elegant, leidenschaftlich und kraftvoll gepriesen: ein Gentleman. Auch sonst waren es Wagner-Figuren, die seinen Ruhm begründeten: Holländer, Wolfram, Telramund, Kurwenal, Hans Sachs zählten zu seinen Paraderollen. Letzteren hat er unter Rafael Kubelik aufgenommen: zweifellos eines des besten Porträts des Schusterpoeten. Seit 1960 trat der Bass-Bariton an Covent Garden auf, 1966 debütierte er als Ford im ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Mangelnde Originalität im Mozart-Jahr kann man dem Opernhaus von Cagliari nicht vorwerfen. Die in dem sardischen Theater entstandene Ersteinspielung von Jules Massenets «Chérubin» ist ein überraschender Beitrag zur Rezeption der da-Ponte-Opern. Cherubino erscheint in Massenets später Comédie chantée als siebzehnjähriger Bursche, der bereits etliche Liebesabenteuer...
An diesen Basler Start wird man noch eine Weile denken. Kaum dass die Aufführung von Sergej Prokofjews «Liebe zu den drei Orangen» fünf Minuten alt war, brach Armin Jordan an jenem Pult zusammen, an dem er von 1971 bis 1989 als Chef gewirkt hatte und jetzt nach siebzehn Jahren erstmals wieder erschienen war. Vier Tage nach diesem Saisoneröffnungsabend des neuen...
Kein Grund zum Schwarzsehen: In Hannover bietet das Niedersächsische Staatstheater die Geschichte vom Mohren von Venedig zwar gleich im Doppelpack, aber sowohl im Schauspiel wie in der Oper gibt es zum Saisonauftakt mehr nackte als schwarze Haut zu erleben. Im Staatsschauspiel präsentierte Regisseur Las-Ole Walburg Shakespeares «Othello» mit einer Titelheldin (!),...
