Trau, hör, wem?
Die «Pantoffel-Oper» sei Verrat am Musiktheater, räsonierte ein Purist kürzlich in freundschaftlicher Runde. Aus ästhetischen Gründen. Zu wenig vertrauenswürdig die Mikrofone, zu nahe die Kamera. Und ein Feind der Fantasie, die sich beim Hören von CDs eine eigene Bühne baue. Freilich erkennt man dank Großaufnahmen manchmal auch Details, die aus der Parkett- oder Rang-Perspektive vielleicht untergehen.
Wie hat man Peter Stein angegriffen für seine allzu konventionelle Inszenierung von Verdis «Don Carlos» bei den Salzburger Festspielen! Im Close-up offenbaren sich nun Details, die die Handlung logischer und plausibler erscheinen lassen; insgesamt ist freilich der Eindruck eines Besuchs im Wachsfigurenkabinett der Geschichte nicht ganz zu vermeiden.
Musikalisch erscheint indes hier manches gelungener, als man es live in Erinnerung hat. Die Wiener Philharmoniker wirken weniger laut. Alles scheint schmiegsamer und differenzierter – ganz im Sinne Antonio Pappanos – als selbst in der TV-Übertragung, wobei diese DVD auf den Aufzeichnungen des ORF beruht. Ergebnis sorgfältiger Nachbearbeitung? Oder doch Resultat unterschiedlicher Tages-Dispositionen des Hörers? Schienen Anja Harteros und ...
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Opernwelt August 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 21
von Gerhard Persché
Snape Maltings mag von herrlicher Natur umgeben sein – als Spielort für naturalistische Inszenierungen eignet sich die alte Mälzerei, die Benjamin Britten für sein Festival zur Konzerthalle umbauen ließ, eher weniger. Regisseur Neil Bartlett versucht sich daran gar nicht erst. Er lässt die Kulissen von einer neunköpfigen Schlägertruppe umräumen. Hölzerne Stellwände...
In Dresden, der Stadt ihrer Uraufführung (1909), sorgte «Elektra» im Januar für einen glanzvollen Start ins Richard-Strauss-Jahr. Die musikalische Seite der neuen Produktion fand bei der Kritik einmütige Zustimmung. Nur wenige Monate später brachte die Deutsche Grammophon den Mitschnitt dieser Aufführung auf den Markt, der aus pragmatischen Gründen allerdings nicht...
Herr Mattei, im neuen Berliner «Tannhäuser» von Sasha Waltz sangen Sie einen fantastischen Wolfram. Ein Rollendebüt?
Nein, das schien nur so. Ich hatte die Rolle schon vor acht Jahren an der Mailänder Scala gesungen. Es war ein großer Erfolg, aber ich habe den Wolfram nicht wieder angeboten bekommen.
Wie ist das möglich?!
Das sind die unergründlichen Wege der...
