Versteinerte Gefühle

Verdi: Un ballo in maschera London / Royal Opera House

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Seit den 1980er-Jahren posieren sie in und um Covent Garden für Touristen: kupferne Zenturionen, silberne Schornsteinfeger oder vornehme Stadtbürger in Bronze. David McVicar war der erste Regisseur, der einen dieser edelmetallisch glänzenden Straßenkünstler ins Royal Opera House holte. Duncan Meadows hieß der muskulöse Mime – er verkörperte in McVicars «Salome»-Inszenierung von 2010 den nackten, blutverschmierten Henker.



Katharina Thoma hat für ihre Deutung von Verdis «Un ballo in maschera» an Covent Garden nun gleich vier lebende Statuen rekrutiert, die – im Stil steinerner Trauerskulpturen des 19. Jahrhunderts, auf Sarkophagen oder Stelen postiert – die Sängerdarsteller Joseph Calleja (Riccardo), Liudmyla Monastyrska (Amelia) und Dmitri Hvorostovsky (Renato) flankieren. Die stilistisch unentschiedene Schauerbühne von Soutra Gilmour scheint Schottland zu evozieren, während die Kostüme von Irina Bartels eher auf den Balkan verweisen und somit auch auf jenes folgenschwere Attentat des 20. Jahrhunderts, das wir mit dieser Region verbinden.

Bereits während der Ouvertüre lässt Thoma die «steinernen Gäste» in einer Traumsequenz auftreten. Im zweiten Akt kehren sie wieder und bedrohen die ...

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Opernwelt Februar 2015
Rubrik: Panorama, Seite 37
von Anna Picard

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