Zerbinettas Erzählungen
In den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts, als es um die Nachfolge einer Rita Streich und einer Erika Köth ging und Edita Gruberova noch nicht angetreten war, erglänzte ein neuer, heller Stern am Himmel der Koloratursoprane: Sylvia Geszty war die Königin der Nacht, war die Zerbinetta und wurde in diesen und anderen Partien auf den Bühnen Europas herumgereicht, von den Elogen der Kritiker begleitet. Ein gutes Dutzend Jahre dauerte der nahezu konkurrenzlose Höhenflug, dann ergaben sich durch einen vorzeitig angestrebten Fachwechsel Probleme.
Routine und Opernalltag holten die Sängerin ein, Enttäuschungen waren vorprogrammiert. In ihrem gepflegten Heim in Hietzing, im 13. Wiener Bezirk, ist die aus Ungarn gebürtige Künstlerin, die am 28. Februar 75 wird, mit uns in ungewöhnlicher Offenheit die Stationen ihrer Karriere durchgegangen.
Ballett-Tänzerin wollte sie werden, die kleine Sylvia, später Pianistin, und in ihrem gutbürgerlichen, kulturell aufgeschlossenen Elternhaus in Budapest wurden solche Berufswünsche durchaus positiv zur Kenntnis genommen. Immerhin hatte auch die Mutter einst von einer Sängerinnen-Karriere geträumt. Nach den überstandenen Kriegsjahren und nach dem ...
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Wer den neuen, von Santiago Calatrava entworfenen Palau de les Arts in Valencia besucht, sollte sich warm anziehen. Denn man fröstelt schnell in dieser kühlen, mit weißen und blauen Kacheln ausgekleideten Architektur, die weit entfernt vom Stadtzentrum im trockengelegten Flussbett des Turia errichtet wurde. Wie man hört, soll es bei starkem Regen immer noch...
Es waren Momente der Magie und des Staunens. Hinter der tschechischen Grenze, so glaubten wir Kinder, begann die Welt unserer Träume. Stunden verbrachten wir vor Märchenverfilmungen aus der CSSR, später entzückte uns Pan Tau, der Magier mit Melone, der die Menschen liebte. Und in der Schule begannen wir zu träumen, wenn der Musiklehrer Smetanas «Moldau» auflegte –...
Frau Garanca, dürfen wir kurz aus einer Oper zitieren?
Ich bin gespannt.
Also: «Stirb, Ungeheuer, durch unsere Macht!»
O Gott!
Denken Sie noch manchmal an jene fernen Zeiten, als Sie das gesungen haben? An das Südthüringische Theater zu Meiningen in der Saison 1999/2000?
Ja, schon. Und ich mache mir manchmal schon Gedanken, was gewesen wäre, hätte ich dieses...
