Wahlverwandtschaften
Herr Gallo, Sie sind dem deutschen Publikum seit vielen Jahren ein Begriff, aber über Ihre Anfänge ist hier nicht viel bekannt. Wie sind Sie zum Singen gekommen?
Gesungen habe ich schon immer, zuerst vor allem Popmusik, ein paar Jahre auch professionell. Als ich später am Konservatorium Kontrabass studierte, riet mir ein guter Freund, meine Stimme ausbilden zu lassen. Bis dahin hatte ich nie an die Möglichkeit gedacht, Opernsänger zu werden, und die Oper auch nie geliebt. Schon der Gedanke schien mir bizarr, vom Jazz zur E-Musik zu wechseln.
Doch es gibt im Leben manchmal wichtige Begegnungen, die plötzlich alles ändern. Ich hatte das Glück, in Elio Battaglia einen Lehrer und später auch Freund zu finden. Er hat die deutsche Liedkunst in Italien eingeführt, und er hat auch mich zum Kunstlied und zur Oper geführt, nicht nur technisch, sondern auch inhaltlich. Er führte mich zu einem Gesangsstil, der meinem bisherigen total entgegengesetzt war. Die ersten anderthalb Jahre haben wir die Oper nicht berührt, sondern nur Lieder studiert, deutsche Kunstlieder, und es war für mich leichter, von Sinatra und Bernstein zu Schubert und Schumann zu wechseln, als gleich «Lucia di Lammermoor» ...
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Zunächst könnte man meinen, mit der CD stimme etwas nicht: Ein g-moll-Akkord wird ein Dutzend Mal angeschlagen, bricht ab, hinterlässt eine lange Pause, beginnt erneut, bricht wieder ab – bis diesem Stop-and-go synthetisch-knisternde Klangräume entwachsen, die von einer zerkratzten Pink-Floyd-LP stammen könnten. Techno-Beats unterfüttern einen schneidenden...
Lorraine Hunt Lieberson war durch und durch Musikerin. Sie hatte Bratsche und Gesang studiert, spielte im Orchester, trat in einem Chor auf – und ergriff ihre Chance, als Peter Sellars 1985 einen Sesto für seine legendäre Inszenierung von Händels «Giulio Cesare» suchte. Im «Opernwelt»-Interview, das wir im Sommer 1997 in Berlin führten (siehe OW 10/97), erinnerte...
Zum achten Mal präsentieren wir Ihnen, verehrte Leserinnen und Leser, eine exklusive «Opernwelt»-CD. Auch in diesem Jahr sind wir bei der Auswahl unseren Grundsätzen treu geblieben: keine Kompilation, die für ein bestimmtes Haus, ein Festival oder einen aktuell von der Tonträgerindustrie protegierten Künstler wirbt, sondern unveröffentlichte Aufnahmen von...
