Patchwork
Ein Handlungsreisender in Sachen Rache. Hamlet schleppt Koffer, blickt unsicher umher: Wo bin ich hier? Das fragt sich nicht nur er, sondern wohl auch ein Großteil der Zuschauer bei dieser ersten «Hamlet»-Aufführung in der Geschichte der Rheinoper. Ursprünglich sollte die Premiere bereits im neuen Einjahres-Ausweichquartier, im RheinOperMobil, stattfinden, doch aus terminlichen Gründen blieb man nun doch dem sanierungsbedürftigen Haupthaus treu. Mit der Konsequenz, dass man dort auf einmal einen ungleich größeren Bühnenraum zu bestücken hatte.
Woher aber in der Eile ein Bühnenbild nehmen? Man entschied sich für ein Requisitensammelsurium, stellte Säulen aus dem «Rosenkavalier» auf, pflanzte das Bett der «Gezeichneten» in die Mitte, revitalisierte ein «Lohengrin»-Pferd und drapierte das Jung-«Siegfried»-Babystühlchen und eine «Don-Carlos»-Puppe seitlich. Hamlet findet sich also mit seinen Koffern im Theater wieder – was für die weitere Aufführung bzw. die Idee der Inszenierung ohne wirkliche Konsequenzen bleibt; Gleiches gilt für die am hinteren Bühnenrand diashow-ähnlich ablaufenden Naturbild-Sequenzen mit Zitaten aus Heiner Müllers «Hamletmaschine».
Chefdramaturg Michael Leinert ...
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