Tour d'Amédée

Pavol Breslik neutralisiert Mozart

Opernwelt - Logo

Ja, die unerträgliche Leichtigkeit des Seins: «Überhaupt irrt man», schrieb Mozart an den Kapellmeister Johann Baptist Kucharz, «wenn man denkt, dass mir meine Kunst so leicht geworden ist ...». Und der Wiener Schriftsteller und Kritiker Hans Weigel vermerkte in seinem Buch «Apropos Musik» ein wenig flapsig, wer Mozart leicht fände, den solle der Lortzing holen. Vor solchen Nachstellungen ist der slowakische Tenor Pavol Breslik gefeit, denn er weiß, wie schwierig Mozart-Gesang ist, wenn man ihn ernst nimmt.

Obwohl er mittlerweile längst vom Stimmgewicht her ein «schwereres» Fach singt, kehrt er stets zu Mozart zurück. Dazu bemühte er im Interview ein Bild unserer Tage: Mozart sei wie ein Autoservice.

Auf seiner Tour durch Amédées Opernlandschaften fährt er in diesem Recital die mit ihm üblicherweise verbundenen Stationen an, Idamante (und dazu auch Idomeneos «Fuor del mar»), Belmonte, Tamino (u. a. in der Sprecherszene mit José van Dam!), dazu den Ferrando, den er auf der Bühne schon hinter sich ließ, und die Konzertarie «Misero! O sogno!» KV 431. Dabei hinterlässt er allerdings auch gemischte Gefühle. Ambitioniert begleitet vom Münchner Rundfunkorchester unter Patrick Lange, sucht ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 31
von Gerhard Persché

Weitere Beiträge
Problemfall «Fidelio»

Beethovens «Fidelio» war von Anfang an ein fester Pfeiler der Spielplanpolitik der Salzburger Festspiele. Einige der legendär gewordenen Aufführungen sind auf Tonträgern überliefert, Maßstäbe für spätere Zeiten setzte vor allem Wilhelm Furtwänglers Aufnahme von 1950 mit Kirsten Flagstad und Julius Patzak in den Hauptrollen.

Die Produktion von 1983, deren...

Psychologie der Masse

Wer gibt den Befehl? Gott! Wer führt ihn aus? Wir! – Die Rede ist von einem Befehl zu einem Mord, der im Namen des Herrn, für eine cause sainte verübt werden soll. Erteilt wird er in der Oper eines Komponisten, den seine Familie für einen «Schwarzseher» hielt: in «Les Huguenots» von Giacomo Meyerbeer. Wie beim Ritual einer Schwarzen Messe lassen sich fanatische...

Leid und Freud, mit Hasen

Der Hase, lepus, leporis. Der Deutschen liebstes Tier. Zumindest an der Wand. Als Kopie von Albrecht Dürers Aquarell hängt er in tausenden Haushalten von Garmisch bis Flensburg, ringt mit den «Betenden Händen» des nämlichen Künstlers um Platz eins auf der Beliebtheitsskala. Er gilt als Symbol für Lebenskraft, sexuelle Energie und Fruchtbarkeit, steht aber auch für...