Diva, Musicus, Mäzen
Die Idee zu einem Album mit Arien, die Georg Friedrich Händel für seine Londoner Primadonna Francesca Cuzzoni komponierte, ist nicht neu. Lisa Saffer und Nicholas McGegan waren 1991 wohl die Ersten, die eine solche Ariensammlung vorlegten, 2009 folgte Simone Kermes, begleitet von der Lautten Compagney unter Wolfgang Katschner.
Jetzt begibt sich die französisch-marokkanische Sopranistin Hasnaa Bennani auf die Spuren Cuzzonis, an ihrer Seite das belgische Ensemble Les Muffatti, das seine Qualitäten unter seinem Dirigenten Peter van Heyghen nicht nur als Begleitorchester, sondern auch in etlichen Instrumentalstücken aus Opern Händels zeigen kann.
Bennanis Stimme besitzt ein persönliches Timbre von leicht abgedunkeltem Silberglanz. Koloraturen und andere schnell zu artikulierende Passagen gelingen der Sängerin besser als langsam zu singende Phrasen, vor allem auf langen Tönen macht sich ein etwas zu unruhiges Vibrato bemerkbar, auch neigt sie manchmal dazu, Töne leicht von unten anzuschleifen. Bennanis Ausdrucksspektrum ist noch begrenzt, ihr fehlen die Zaubertöne, um aus Arien wie Teofanes «Falsa imagine» (aus «Ottone») oder Rodelindas «Ombre, piante, urne funeste» expressive Funken ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt Mai 2016
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Thomas Seedorf
Zu den beglückendsten Erfahrungen in die Jahre gekommener Musikliebhaber gehört die Begegnung mit jungen Künstlerinnen und Künstlern, die ihre Kinder oder Enkel sein könnten. Die Norwegerin Mari Eriksmoen hat sich mit ihren Mozart-Auftritten im Theater an der Wien und beim Festival in Aix-en-Provence bereits einen Namen gemacht; in René Jacobs’ Einspielung der...
Glückliches Kiel: Nicht einmal zwei Jahrzehnte sind seit dem letzten «Ring» vergangen, da bietet das Opernhaus seinem Publikum schon eine neue Inszenierung des Zyklus an. Wobei die jetzt im Entstehen begriffene Version – das zeichnet sich nach den Premieren der ersten beiden Teile ab – einen interessanten Kontrast zur vorigen bildet.
Kirsten Harms hatte die vier...
Impressum
57. Jahrgang, Nr 5
Opernwelt wird herausgegeben von
Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
ISSN 0030-3690
Best.-Nr. 752289
Redaktion Opernwelt
Nestorstraße 8-9, 10709 Berlin
Tel.: +49(0)30/25 44 95 55
Fax: +49(0)30/25 44 95 12
E-Mail: redaktion@opernwelt.de
Redaktionsschluss dieser Ausgabe
war der 11.04.2016
Redaktion
Wiebke Roloff
Albrecht Thiemann (V. i. S. d....
