Zum Mitsingen und Mittanzen
Was? Sie kennen Dvoráks «Král a Uhlír» nicht? – Kral-a-was? Nee. Muss man das kennen? Ein bisschen snobistisch ist es schon, wenn Orfeo auf dem Cover wie auf dem Besetzungszettel nur den tschechischen Titel eines Werkes nennt, von dem außerhalb Tschechiens kaum jemand je gehört haben dürfte. «Král a Uhlír» ist ganz simpel mit «König und Köhler» zu übersetzen, es handelt sich dabei um Dvoráks zweiten Opernversuch, nachdem der erste («Alfred» nach Theodor Körner) in der Schublade liegen geblieben war.
Auch dieser Versuch war nicht gleich von Erfolg gekrönt.
Als der Komponist 1871 an die Arbeit ging, stand er ganz unter dem Einfluss Richard Wagners und seiner «Meistersinger», was ihn dazu verleitete, dem harmlosen Singspielsujet mit Riesenorchester und polyphonen Orgien beizukommen. Smetana, der die Ouvertüre im Konzert spielen ließ, hielt die Musik für genial, aber kaum bühnentauglich.
Also komponierte Dvorák das Stück noch einmal vollkommen neu. Diesmal orientierte er sich mehr an den Meistern der deutschen Spieloper, auch wenn er auf gesprochene Dialoge verzichtete und an der durchkomponierten Form festhielt. Weit größeren Raum nahm in dieser Zweitfassung, die 1874 in Prag eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Eine Repertoire-Vorstellung. Dennoch lautstarker Beifall. Nun ist bei Hans-Jürgen Schöpflin von einer ganz und gar erfüllten Darstellung des Gustav Aschenbach zu sprechen. Sicher auch einer etwas untypischen, denn sein Aschenbach hadert nicht mit der Last des Alters, steht noch in besten Mannesjahren, was die «gesunde» Belcanto-Manier des Sängers unterstreicht....
Wer in Aachen in die Oper will, muss sich auf eine Insel begeben. Eine Art «Ile du Théâtre», denn der weiße Bau mit seinem Säulen-Entrée ist zu allen Seiten von Straßen umgeben. Man hat eine der dicht frequentierten Kreuzungen zu überwinden. Ein stadtplanerischer Unglücksfall?
Als der Bau in den frühen 1820er Jahren Gestalt annahm – nach Plänen, die Friedrich...
Unter den Dirigenten, die sich intensiv mit den Opern Händels beschäftigen, ist Alan Curtis mit Abstand der findigste: Auch wenn mittlerweile eigentlich alle Händel’schen Bühnenwerke auf CD vorliegen, findet der Amerikaner doch immer noch irgendeinen Kniff, der eine Neuaufnahme unter dem verkaufsfördernden Etikett einer «Ersteinspielung» rechtfertigt. Anders als...
