Unter der Hitze Spaniens

Immling, Verdi: Don Carlo

Opernwelt - Logo

Schon die Anfahrt ist etwas Besonderes: Das Auto muss an der Landstraße zu­rückbleiben oder auf einer Wiese parken, denn die Reithalle von Gut Immling, Schauplatz der zehnten Saison des Opernfestivals Chiemgau, liegt auf einer sanften Anhöhe im Wald (was zur etwas großspurigen Bezeichnung als Bayerns zweitem Grünen Hügel führte) und ist nur per Sonderbus auf schma­len, lediglich in einer Richtung befahrbaren Feldwegen erreichbar.


Wer zeitig kommt, kann sich im gro­ßen, auf einer Seite offenen, den traumhaften Rundblick über die Weiten des Chiemgaus bietenden Bewirtungszelt an ­einem Büffett gütlich tun, das zum moderaten Einheitspreis asiatische, italienische oder bayerische Köstlichkeiten anbietet. Auch sonst wird nicht gekleckert: Neben der «Zauberflöte» wagte man sich in diesem Jahr an Verdis vieraktigen italienischen «Don Carlo». Nächstes Jahr folgen «Un ballo in maschera» und Rossinis «Barbiere». In der Reithalle hatte es in diesem Juli wahrhaft südländische Temperaturen, wie sie wohl auch um die zentralspanische Residenz König Philipps II., das Escorial, herrschen mochten. Was andernorts zu Recht kaum geduldet wird – reihenweise sich Luft zufächelndes weibliches Publikum, wie ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2006
Rubrik: Panorama, Seite 61
von Klaus Kalchschmid

Vergriffen
Weitere Beiträge
Vom Doppelgesicht des Patriotismus

Das Erdbeben ereignete sich nicht nur in den Straßen von Paris, sondern auch auf den Opernbühnen. Die Französische Revolution hinterließ eben überall ihre Spuren. Vielleicht am deutlichsten bei François-­Joseph Gossec, nicht nur weil er während der Revolutionsjahre mit etlichen Ämtern und Pöstchen bekleidet wurde – er war Vorsitzender des Comité de lecture an der...

Auf Grund

Vor zwanzig Jahren – so die in Bremen lebende koreanische Komponistin Youn­ghi Pagh-Paan – habe sie den Auftrag noch abgelehnt, eine Oper zu schreiben: «Jetzt konnte ich eine Oper schreiben – jetzt weiß ich, was Gesang ist.» Gerade am Gesang aber lief ihre Kammeroper «Mondschatten» auf Grund. Pagh-Paan hatte sich von der Stuttgarter Dramaturgin Juliane Votteler ein...

Editorial

Elisabeth Schwarzkopf ist tot. Sie starb fünfunddreißig Jahre nach ­ihrem letzten Bühnenauftritt. Dennoch war sie für Sängerinnen, Sänger und Musikfreunde stets gegenwärtig. Das hatte nicht nur mit ihren Aufnahmen zu tun. Sie unterrichtete, bis zuletzt, leidenschaftlich. Sie kommunizierte und kommentierte, wann immer es ihr nötig schien. In der...