Schöne freie Welt
Die lustigste Episode steuert Steffen Schleiermacher bei. Berlin, Februar 2012. Der Leipziger Pianist bei den Vorbereitungen für ein Cage-Konzert in der Akademie der Künste. Im Zeitraffer sehen wir, wie Schleiermacher sich Stoppuhr, Spielkarten, Zinkwanne, Wasserkanne, Dampfradio und eine Entenpfeife am Steinway zurechtlegt – was der wohl einflussreichste Einzelgänger der Musikavantgarde nach 1945 so für seine «Water Music» vorschreibt. Schnitt.
Eine Szene aus Stony Point, jener Waldeinsiedelei nördlich von New York, in der Cage sich für Pilze und die Klänge der Natur zu interessieren begann. Der Komponist Christian Wolff reflektiert über den Zusammenhang zwischen dem Pilzsammler und Klangsucher. Ist nicht in beiden Fällen das Finden unvorhersehbar? Schnitt. Wieder Steffen Schleiermacher. Diesmal bei OBI, er kauft ein für das Cage-Konzert. Auch die «Sonatas and Interludes» erfordern ja jede Menge Kleinkram, der nach genauen Anweisungen in die Klaviersaiten montiert werden muss – Schrauben, Münzen, Radiergummi, Plastikteile, Nägel usw. «Früher», sächselt Schleiermacher verschmitzt, «gab es mit den Noten eine Tüte. Da war alles drin. Heute gibt es nur noch die Noten. Mit denen muss ...
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Opernwelt Dezember 2012
Rubrik: Medien, Seite 34
von Albrecht Thiemann
Immer noch gibt es vermeintlich weiße Flecken in der Wagner-Forschung. Die Musikwissenschaftlerin Eva Rieger hat jetzt eine Biografie Friedelind Wagners vorgelegt, der 1918 geborenen Tochter von Siegfried und Winifred Wagner. Vor der Hitler-Beweihräucherung, die aus dem grünen zunehmend einen braunen Hügel werden ließ, floh Friedelind, sie emigrierte. Erst nach dem...
Auf dem hauseigenen Theatermagazin «Figaro!» prangt der Name in großen Lettern. «JOHANNES REITMEIER» – und zwischen den Zeilen der landsmannschaftliche Appetitmacher: «Gebürtiger Bayer folgt Brigitte Fassbaender nach». Fast einer der unseren, soll sich wohl der Innsbrucker denken. Und immerhin beschert der neue Intendant, der von 2002 bis 2012 Chef des...
Eines der aufwendigsten «Ring»-Projekte der letzten Jahre fand an der Metropolitan Opera statt: die viel beachtete Inszenierung von Robert Lepage, die in deutschen Kinosälen zu verfolgen war (vgl. OW 11/2010, 6/2011, 11/2011, 3/2012). Lepage war die Aufgabe zugefallen, die jahrzehntealte und beliebte Otto-Schenk-Inszenierung abzulösen. Jahrelang haben, wie der...
