Die Cousine aus der Torte
Wenn’s denn ein Opernkalauer sein darf. Frage: Was ist die Steigerung von «nie gehört»? Antwort: «Clari»! Den Titel von 1828 dürfte selbst im notorisch ausgrabungsfreudigen Zürcher Opernhaus niemand auf der Rechnung gehabt haben, bevor Cecilia Bartoli in der Pariser Bibliothèque Nationale darauf stieß. Das geschah, als die Musikforscherin in ihr auf den Spuren von Urvorgängerin Maria Malibran eine der beiden italienischen Opern von Jacques Fromental Halévy auftat.
Und das Haus am Bellevue ist sicher das einzige, das seit Menschengedenken zweimal Halévy in einer Saison im Angebot hat: Die sieben Jahre jüngere und viel berühmtere «Jüdin» war vorangegangen.
Der ganz große Bartoli-Auftritt wurde es indes erst gegen Ende – und das ausgerechnet mit einer zwar im Libretto vorgesehenen, aber nicht mehr vorhandenen Arie, die jetzt durch einen Auszug aus Halévys Shakespeare-Oper «Der Sturm» ersetzt wurde. Cecilia Bartoli staffierte sie wie alles andere zuvor mit all ihrer lyrischen Empfindsamkeit und all den fast drei Oktaven durchmessenden, fantastischen Koloratur-Rouladen aus.
So sehr sich auch der Dirigent Adam Fischer samt dem (Spezial-)Orchestra «La Scintilla» der Zürcher Oper im ...
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Die Geduld zahlte sich nicht aus: Achtundzwanzig Jahre hat man in Braunschweig auf diese «Lohengrin»-Neuinszenierung gewartet, doch zumindest szenisch blieb das Ergebnis unter dem üblichen Niveau des Staatstheaters.
Auf der Bühne sehen wir eine riesige Holzskulptur, halb Schwanenskelett, halb Trojanisches Pferd, die so gar nichts von Wagners silbrig-mystischer...
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