Traumspiel

Frankfurt, Korngold: Die tote Stadt

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«Mehr Filmmusik als Oper» – auf dieses griffige Fazit bringt noch Ulrich Schreiber sein Urteil über diese Erfolgsoper der zwanziger Jahre. Anselm Weber, der Korngolds «Tote Stadt» in Frankfurt inszeniert, nimmt den Vorwurf beim Wort und macht ihn – gemeinsam mit der Bühnenbildnerin Katja Haß – zum Ausgangs-, ja Angelpunkt seiner glänzenden Deutung. Das Trugbild, dem Paul erliegt, indem er in der Tänzerin Marietta seine tote Frau Marie wiederzufinden glaubt, wird zum Filmbild.

Beklemmend die Raumgestaltung der von hohen, bald nüchtern grauen, bald geheimnisvoll leuchtenden Mauern umstellten Szene: links ein quadratischer Kasten mit Schiebewänden, Pauls «Kirche des Gewesenen», in der er den Totenkult um seine verstorbene Frau zelebriert; rechts eine Filmkamera, die das Spiel in Echtzeit verfolgt. Den Alptraum der Wirklichkeit, der Paul verfolgt, sehen wir doppelt: als reales Bühnengeschehen und zugleich mit dem Auge der Kamera (als Video an die Wände und auf die Monitore in Pauls Andachtsstätte geworfen).   
Weber geht damit einen entscheidenden, dramaturgisch unmittelbar einleuchtenden Schritt über Korngold hinaus, der das Mordgeschehen seiner Librettovorlage – Georges Rodenbachs ...

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Opernwelt Januar 2010
Rubrik: Panorama, Seite 41
von Uwe Schweikert

Vergriffen
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