Der Pionier
Ein Kind des Nordens war er von Anfang an. Ein Spross der Hamburger Bürgerkultur. Oder sagen wir besser: ein halber Norde, denn seine Vorfahren sollen aus dem italienischen Adelsgeschlecht d’Pazzi stammen. Dies ist zwar wohl eine Legende, sie hilft aber, Friedrich Pacius gesamteuropäisch zu verorten. Am 19. März 1809 wurde er in eine erst seit 1806 in Hamburg ansässige Kaufmannsfamilie hineingeboren. Der Vater liebte Musik, musizierte selbst und sorgte dafür, dass der Filius das Geigenspiel lernte.
Als sich abzeichnete, dass er das Hobby des Vaters zu seinem Beruf machen würde, hatte er die Rückendeckung des Elternhauses. Vom Hamburger Johanneum, dessen neu eingerichtete Bürgerschule er zwei Jahre lang besuchte, wechselte Pacius 1824 nach Kassel und wurde Meisterschüler bei Louis Spohr und dem späteren Thomaskantor Moritz Hauptmann. Der Einfluss beider Lehrer blieb auch nach deren Tod lange virulent: Pacius hielt zeitlebens den Kasseler Idealen seiner Lehrer die Treue, er pflegte einen synthetischen Stil, der sich irgendwo zwischen Felix Mendelssohn Bartholdy (auch er ein gebürtiger Hamburger des Jahrgangs 1809), Beethoven, der Melodienseligkeit des Belcanto, dem jungen Verdi und ...
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