Das Wiener «Dönchen»
Die einen halten es mit der alten Furtwängler-Aufnahme, die anderen schwören auf Harnoncourt, wieder andere erinnern sich an Karajan – die Geschichte des Mediums DVD ist noch vergleichsweise jung, doch an Dokumenten von Mozarts «Don Giovanni» mangelt es nicht. Jetzt gesellen sich zwei weitere Alternativen dazu.
Riccardo Muti leitete bei den Wiener Festwochen 1999 die Premiere, die nicht in der Staatsoper, sondern im Theater an der Wien stattfand. Regie führte Roberto de Simone. Die Kritik ging mit dieser Produktion keineswegs zimperlich um.
Die FAZ riet, dass allenfalls «geschlossene Augen» weiterhülfen, die SZ unkte, man habe es hier vielleicht mit einer «Packung Mottenkugeln auf Urlaub» zu tun, und die NZZ titelte: «Geschichten aus dem Kleiderschrank». In der Tat, viel Neues hat diese Inszenierung nicht zu bieten. Das Konzept einer sich vor allem in der äußeren Ausstattung spiegelnden Zeitreise, ausgehend vom 16. Jahrhundert über eine Elvira in Männerkleidern des 17., die Französische Revolution des 18. – «Viva la libertà»! – und bis hinein ragend in die Welt des 19. Jahrhunderts, überzeugt allenfalls in Ansätzen. Wer da noch den Überblick behält, dem werden auch die vielen ...
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