„In lichten Höhen”
Sigrid Neef ist eine Überzeugungstäterin in Sachen Rimsky-Korsakow. Schon vor einem Vierteljahrhundert räumte sie in ihrem «Handbuch der russischen und sowjetischen Oper» den Bühnenwerken des hierzulande hauptsächlich als Schöpfer der sinfonischen Dichtung «Scheherazade» bekannten Nikolai Rimsky-Korsakow einen zentralen Platz ein. Später hat sie zu dem von Ernst Kuhn herausgegebenen Sammelband über Leben und Werk des russischen Komponisten einen anregenden, kenntnisreichen Abriss des Œuvres und seiner philosophisch-weltanschaulichen Voraussetzungen beigesteuert.
Jetzt legt sie eine Monografie über die Opern vor, die Handbuchcharakter besitzt und wohl auf längere Zeit ein Standardwerk bleiben wird.
Der neue Band stellt alle fünfzehn zwischen 1868 und 1907 entstandenen Opern Rimsky-Korsakows in umfassenden Einzeldarstellungen vor. Ein einleitender Überblick versammelt unter der Überschrift «Den Aufgang der Sonne erwarten» mosaikartig Facetten zum Verständnis dieses außergewöhnlichen Schaffens, die in den Kommentaren zu den einzelnen Werken von Fall zu Fall aufgegriffen und weitergeführt werden. Tragen lässt sich Neef dabei von der Überzeugung, dass Rimsky-Korsakow nicht nur der ...
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Nach seinen Hamburger Opern «Florindo» und «Daphne» hat Georg Friedrich Händel nur zwei weitere Werke auf deutsche Texte geschrieben: «Der für die Sünde der Welt gemarterte und sterbende Jesus» (1717) und «Neun deutsche Arien». Beider Autor war Barthold Heinrich Brockes, als Dichter, Rechtsanwalt, Senator und Diplomat ein Mann von weitreichendem Einfluss. Seine...
«Wer stört mir den Schlaf?» Vom Ruf des Wanderers geweckt, verharrt Fafner vorerst noch unsichtbar in seiner Höhle. Doch beim Dröhnen seiner Stimme erglüht der ganze Zuschauerraum wie im Abendrot. Groß wie ein Berg muss dieser Wurm doch sein! Wenn er dann schließlich auf die Bühne hüpft – an Strippen geführt, wie eine Puppe, mit goldenem Hut, Zigarre qualmend, wie...
Die Musik von Monteverdi, die Kostüme von Velázquez, das Bühnenbild von Magritte, das Make-up à la Marcel Marceau, die Körpersprache aus dem japanischen Nô Theater. Das war der erste Eindruck, als sich der Vorhang für Robert Wilsons «Orfeo»-Inszenierung an der Scala hob (eine Koproduktion mit der Opéra National de Paris; 2011 soll «Il ritorno d’Ulisse in patria»...
