Außen vor

Janácek: Katja Kabanová Mönchengladbach / Theater

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Zu den Gender-Phänomenen im Opernbetrieb gehört der Umstand, dass man Regisseurinnen gern mit Werken betraut, in denen die Psychologie von Frauen eine zentrale Rolle spielt ‒ und sich davon einen «weiblichen Blick» auf die Stücke erhofft. «Lucia di Lammermoor» gehört zu diesen klassischen Opern über eine geschundene Frauenseele, ebenso Puccinis «Suor Angelica» oder Janáceks «Katja Kabanová», die Helen Malkowsky jetzt am Theater Mönchengladbach inszenierte.

Nun beherrscht Malkowsky als gestandene Opernregisseurin und Operndirektorin ein breites Repertoire, das sich keineswegs nur am unterdrückten Freiheitsdrang der Frau in einer patriarchalischen Gesellschaft abarbeitet. In ihrer «Katja»-Inszenierung aber setzt sie so stark auf die Identifizierung mit der Titelfigur, dass ‒ obwohl Janácek diese Perspektive abgesegnet hat ‒ einige Dimensionen des Stücks schlicht weggeblendet werden.

Dazu gehört die Frage, welche Gesellschaft hier eigentlich gemeint ist. Alexandra Tivigs Kostüme, aber auch die angeranzten Tapeten und Möbel im einfachen und effektiven Bühnenbild von Kathrin-Susanne Brose suggerieren eine sozialistische Provinzgesellschaft der 1970er-Jahre (also aus Malkowskys eigener ...

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Opernwelt August 2016
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Michael Struck-Schloen

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