Die Kraft der Einbildung

Goldschmidt: Der gewaltige Hahnrei Bremerhaven / Stadttheater

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Hoch gelobt, aber kaum gespielt, das ist das Schicksal von Berthold Goldschmidts musikalischer Tragikomödie «Der gewaltige Hahnrei» – 1932 in Mannheim uraufgeführt, dann unter das Verdikt der Nationalsozialisten geraten, 1992 konzertant und 1994 szenisch in Berlin wiederentdeckt, danach nur noch in Bern und in Darmstadt angerührt.

Jetzt hat sich das Stadttheater Bremerhaven, das unter seinem Intendanten Ulrich Mokrusch ein verstärktes Interesse an neuerem Opernschaffen an den Tag legt, des Werkes angenommen und gezeigt, dass es sich beim «Hahnrei» um ein höchst vitales Stück Musiktheater handelt. Das Schauspiel «Le cocu magnifique» (1920) des belgischen Schriftstellers Fernand Crommelynck, dessen Text Goldschmidt in einer eigenen Bearbeitung vertonte, bietet mit seiner ins Absurde sich steigernden Handlung eine Reihe bühnenwirksamer Situationen. Goldschmidt verlieh ihnen mit seiner klaren, durch scharf akzentuierte Rhythmik, mechanistisch-maschinelle Klangkonstruktionen und Ausflüge in die U-Musik charakterisierten Vertonung ein dem ausgehenden Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit verpflichtetes musikalisches Gesicht. Bruno, ein flandrischer Dorfschreiber, ist verheiratet mit ...

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Opernwelt August 2014
Rubrik: Panorama, Seite 31
von Gerhart Asche

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