Kein Zuckerschlecken
Gerötete Gesichter, glasige Blicke – fast ist man überrascht, in der Pause nicht jedermanns Haar steil nach hinten geföhnt zu sehen vom Sturm der Töne. Operndirektor Jan Michael Horstmann lässt aus dem Graben die Zirkusmusik von Wagners «Jugendsünde» schrillen, fröhlich kräht dazu der Chor, monströse Brüllarien ziehen vorüber: In der «großen komischen Oper» Das Liebesverbot, die Wagner im Alter von 22 Jahren schrieb, steckt Zukunftsmusik, insofern als schon hier jedes Stimmband zum Zerreißen gespannt ist.
Hinrich Horstkottes Inszenierung packt diese Musik ironisch an und macht aus der Karnevalsoper einen rechten Schabernack. Lärmgeplagte Palermitaner halten sich die Ohren zu, wenn der Pegel im bedrängten Saal der Sächsischen Landesbühnen das Trommelfell zu zerreißen droht. Man muss sich als Zuhörer nicht schämen, selbst unauffällig die Hände unters Haar zu schieben, wenn’s gar zu toll wird. Zwar dröhnt der Kopf, zwar sind die Kapazitäten des Ensembles strapaziert, doch langweilig wird’s nicht, und den Solisten (u. a. Ulf Paulsen als Zweitbesetzung des Friedrich, Guido Hackhausen als Claudio, Stephanie Krone als Isabella) gelingt es, unfallfrei durch die schweren Partien zu kommen.
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Opernwelt Februar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 77
von Wiebke Roloff
Das Dortmunder Opernhaus ist eigentlich zu groß für frühbarockes Repertoire. Schon 2011 ließ Jens-Daniel Herzog deshalb für Cavallis L'Eliogabalo nur bis zur 16. Reihe Plätze vergeben. Bei Monteverdis Poppea, die er nun inszeniert hat, geht er in Sachen Intimität noch einen Schritt weiter und bittet das Publikum auf die Bühne. Ganze 270 Plätze sind auf zwei steil...
Bei Premierendaten Angabe der
Namen in folgender Reihenfolge:
Musikalische Leitung, Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme - Solisten
AP = A-Premiere
BP = B-Premiere
Mat. = Matinee
N. = Nachmittagsvorstellung
Deutschland
Aachen
Tel. 0241/478 42 44, 0180/500 34 64
Fax 0241/478 42 01
> Händel, Ariodante: 3. (P), 9., 16., 23. (Halász, Pataki)
> Superflumina: 14.
> 3....
Wer historisch informierte Aufführungspraxis sagt, meint in der Regel nicht die Operette. Dass indes Werke des Unterhaltungstheaters des späten 19. und 20. Jahrhunderts durch Bearbeitungen nicht selten ihrem Originalklang schnell entwöhnt wurden, ist zwar keine neue Erkenntnis, interessiert aber in der Regel wenig. Das gilt nicht für Florian Ziemen. Der...
