Gesundes Misstrauen
Ein riskanter Selbstversuch: Kann man innerhalb von 24 Stunden zwei «Rosenkavalier»-Vorstellungen durchstehen? Zweimal kurz hintereinander die Wehmut des Marschallinnen-Monologs ertragen, das Flirren der Rosenüberreichung, die Turbulenzen der Beisel-Raufereien, das tränentreibende Schlussterzett?
Man kann. Aber die Nebenwirkungen sind erheblich, und die Überdosis wirkt nachhaltig. Es dauert Tage, bis der Boden unter den Füßen wieder trägt.
Dabei arbeiten beide Neuproduktionen, so verschieden sie auch sind, gar nicht mit Opiaten des Klangrauschs oder Klebemitteln des Sentiments – sowohl die Regie als auch die musikalische Leitung gehen hüben wie drüben sparsam mit dem Zucker um. Weder schwelgen wir in Kostüm-Orgien, noch dürfen wir uns am behäbigen Wiener Schmäh delektieren, geschweige denn im Schaum des Breitwand-Sounds versinken. Beide Versionen erzählen die Geschichte mit Brechungen, mit gesundem Misstrauen gegenüber den Seligkeiten des Moments und dem Zauber einer perfekt erdachten Kunstwelt. Und beide Neuproduktionen siedeln in vager Jetztzeit, belassen es aber keineswegs bei durchbuchstabierter Aktualisierung. Strauss’ und Hofmannsthals Kunstgriff des erfundenen ...
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Opernwelt November 2015
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von Regine Müller
Das Hauptstück zum Spielzeitauftakt der Hamburgischen Staatsoper und zum Antritt von GMD Kent Nagano sollten die «Trojaner» werden. Doch Intendant Georges Delnon hatte den Start im großen Haus mit zwei weiteren Premieren und einer Lichtskulptur flankiert, die den Berlioz-Abend in den Schatten stellten. Ein wahrer Knüller war die jüngste Arbeit der Stuttgarter...
ARD-ALPHA
1.11. – 20.15 Uhr
Mariss Jansons dirigiert
Haydn: Symphonie Nr. 97 C-Dur; Bernstein: Chichester Psalms.
7./21.11. – 22.00 Uhr
KlickKlack.
Musikmagazin.
8.11. – 11.00 Uhr (1)
15.11. – 11.00 Uhr (2)
22.11. – 11.00 Uhr (3)
29.11. – 11.00 Uhr (4)
Lorin Maazel dirigiert
Schubert: 1. Symphonie Nr. 4
c-moll. 2. Symphonie Nr. 5
B-Dur. 3. Symphonie Nr. 6
C-Dur. 4. Symphonie...
Riesig ist das Bett, auf dem Violetta liegt, in Laken gewickelt. Mit letzter Kraft schraubt sie sich hoch, als endlich der ersehnte Alfredo das schummrige Zimmer betritt. Nur durch ein winziges Fenster wird es angedeutet. Im Angesicht des Todes beginnt die Protagonistin immer heller und heller zu strahlen, die anderen Anwesenden verschwinden sukzessive als...
