Wirbel wie Goldstaub
Man schrieb das Jahr 1996 in den Annalen des Rossini Opera Festival: Juan Diego Flórez sollte eigentlich die kleine Rolle des Ernesto in «Ricciardo e Zoraide» singen, übernahm aber stattdessen die zentrale Tenorpartie in «Matilde di Shabran» – und wurde über Nacht zum Star. Seitdem kehrt er ungefähr alle zwei Jahre zu dem Festival zurück, das im italienischen Küstenort Pesaro allsommerlich einen leicht schrägen Kontrast zur Endlosreihe der Liegestühle am Strand bildet.
In diesem Jahr debütierte er in der Titelpartie von «Ricciardo e Zoraide», einer wüsten Kreuzzugsschmonzette nach den Genreregeln der Opera seria, zu deren reichlich konstruierten Handlungsmomenten Rossini zweifellos herrliche Musik einfiel. Den berühmtesten Sohn der Stadt umfassend und jenseits des bloßen Buffa-Komponisten zu präsentieren, bleibt schließlich das zentrale Anliegen in Pesaro. Voraussichtlich im Jahr 2021 will man alle seine 39 Opern gespielt haben, falls die Fondazione Rossini bis dahin mit der besonders problematischen Quellenlage bei «Eduardo e Cristina» fertig wird. Eine kritische Edition bleibt schließlich die oberste Richtschnur für die Aufführungen, von dieser Idee her hatte der legendäre ...
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Opernwelt November 2018
Rubrik: Magazin, Seite 68
von Michael Stallknecht
Dirigententreffen
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