... Regietheater
Herr Schenk, Ihre Münchner «Bohème»-Inszenierung wird von der Bayerischen Staatsoper als «zeitlos gültig» angepriesen. Stimmt das?
Das müssen die Kritiker entscheiden. Klar ist allerdings, dass modernistische Inszenierungen schneller veralten. Aber auch bei meinen Inszenierungen hält die Personenregie oft leider nicht so lange wie das Ambiente. Irgendwann bleibt dann nur noch ein Rahmen, weil der Repertoirebetrieb die Form, die ich mir ausgedacht hatte, bis zur Unkenntlichkeit abschleift.
Ist das zwangsläufig so?
An der Met ist das anders.
Da gibt es eine unglaubliche Crew von Assistenten, die ein festes Regiment führen und auch meine Inszenierungen in meinem Sinne weiterdenken, wenn eine neue Besetzung kommt. Als ich dort noch mal meinen «Ring» aufgemöbelt habe, musste ich das eigentlich nur noch ergänzend absegnen.
Bei Ihren Inszenierungen an der Wiener Staatsoper steht dagegen «nach Otto Schenk». Das macht man eigentlich nur, wenn der Regisseur tot ist oder protestiert hat.
Ja, das habe ich mir ausgebeten. Die hatten so viel geändert, dass ich nicht mehr dazu stehen konnte. Aber immerhin haben mich sowohl die Wiener wie die Münchner Staatsoper jetzt gebeten, meinen «Rosenkavalier» ...
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