Von ungefähr

Verdi: Nabucco Stuttgart / Staatsoper

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Vier von fünf Regiepositionen bei den Premieren der Stuttgarter Opernsaison sind durch Andrea Moses und das Team Wieler/Morabito besetzt. Jetzt kam bei Giuseppe Verdis «Nabucco» als Joker der 29-jährige Regisseur Rudolf Frey zum Zug. ­Einen Stich hat er nicht gemacht.

Vielleicht etwas viel Druck für den Salzburger, unter den Argus­augen der Überflieger Wieler und Morabito? Zu hoch gehängt die selbst gestellte Aufgabe, das Allgemeine im Drama herauszupräparieren, alles Psychotranchieren zu vermeiden? Der Abend leidet neben einer generellen Unterspannung unter der Feingliedrigkeit der szenischen Zeichen. Wie Post-its kleben Requisiten, Gesten, Dekorteile am Inszenierungskonzept, ohne dass eine übergreifende, fesselnde Erzählung zustande kommt. Durch den Transfer ins Heute, an einen ortlosen Ort, umgeht Frey zwar Religionsfolklore, unterläuft aber eine schlagende Figurenzeichnung. Wer sind die Juden? Wer die Babylonier? Das will er nicht wissen und kleidet den Chor in Schlips, Rock und Bluse. Zu dezent sind Rollensignets: Unter Ismaeles Strickjacke hängen die Schaufäden des Gebetstuchs, die Kippa auf seinem schwarzen Haar ist kaum auszumachen.

Die weitgehend kulissenfreie Bühne, ein ...

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Opernwelt April 2013
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Götz Thieme

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