Doppelintendanz
Herr Mulders, worin bestehen die Chancen der Doppelintendanz?
Man kann beide Häuser programmatisch viel näher aneinander binden. Zur Eröffnung der Saison mit Verdis «Macbeth» spielen wir parallel in der Philharmonie Verdis Requiem. Zum «Werther» von Massenet führen wir die einzigen symphonischen Werke von Massenet auf. Das sind echte Raritäten. Kurzum: Wir können thematische Blöcke bilden und dramaturgisch sinnvoller arbeiten.
Ist der Doppelintendant mehr als eine von der Stadtpolitik abhängige «Marionette mit Doppelqualifikation», wie Kritiker meinten, bevor Sie berufen wurden?
Ob man eine Marionette ist oder nicht, hängt von der Stärke ab, mit der man seine Aufgabe erfüllt. In den Jahren in Antwerpen und Amsterdam habe ich ausreichend beweisen können, dass ich eigenständig arbeite. Für die Verschuldung Essens in den vergangenen Jahren gibt es viele Gründe. Deswegen habe ich kein Problem damit, einen starken Geschäftsführer an meiner Seite zu haben. Er behält die Zahlen im Blick. Seine Funktion ist übrigens auch nicht wichtiger geworden als zuvor. Und ich spare schon von Haus aus, diese Notwendigkeit bestand auch in Amsterdam.
Sie würden nicht widersprechen, dass es sich bei der ...
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Opernwelt Juli 2013
Rubrik: Magazin: Apropos..., Seite 79
von Kai Luehrs-Kaiser
Auratisch gedeckte Farben, eine suggestive Sepia-Tönung von unnachahmlicher Konsonanz, dazu hinreißend elegische Bitterstoffe besaß die Stimme der englischen Mezzo-Sopranistin und Altistin Janet Baker. In den 1960er bis 80er-Jahren kam ihr eine beherrschende Stellung in der britischen Gesangsszene zu. Die Opernbühne eroberte sie mit Rollen von Purcells Dido bis zu...
Da steht er also im Regen, der neue Wagner von Leipzig. Die Temperaturen liegen unter 10 Grad an diesem 22. Mai. In Wagners Rücken blättert der Putz der ehemaligen Stasizentrale. Vor ihm liegen durchnässte Begonienrabatten. Rechts von ihm, am anderen Ende der kleinen Grünanlage des Goerdelerrings, hat Samuel Hahnemann, der Begründer der Homöopathie, seinen Sockel....
Der Titel lockt den Hörer in die Märchenwelt – und in die Irre: Eine «romantische Oper» nennt Franz Ignaz Danzi seinen 1813 in Karlsruhe uraufgeführten Zweiakter, doch ein Vorläuferwerk des «Freischütz» ist «Der Berggeist» nicht. Dafür ist der 1763 geborene Danzi zu sehr Mozartianer. Auch wenn er Geister und Gnomen, Nixen und Meerungeheuer auftreten lässt, äußern...
