Große Sänger, kleine Schwächen
Die niederländische Sopranistin Gré Brouwenstijn (1915-1999) war einige Jahre lang eine wichtige Säule der Bayreuther Festspiele, in ihrer Heimat und in England hat man sie besonders als Verdi-Interpretin geschätzt. Der größte Teil ihrer von der Firma Philips produzierten Aufnahmen wurde im CD-Zeitalter nicht mehr aufgelegt. Preiser hat nun einige Einzeltitel zu einem repräsentativen Porträt zusammengestellt. Die Expansionsfähigkeit und die hohe Leuchtkraft der Stimme faszinieren in allen Fällen.
Freilich neigt die Sängerin dazu, stimmlich die Muskeln spielen zu lassen, nicht nur als Rezia in Webers «Oberon» oder Senta, auch lyrische Rollen wie Agathe, Elsa und «Tannhäuser»-Elisabeth geht sie mit einer Hojotoho!-Haltung an. Dabei zeigt sie auch bei Wagner, dass sie schöner Piani fähig ist. Trotz mäßiger Orchesterbegleitung gelungen sind die Verdi-Arien aus «Trovatore», «Ballo in maschera», «Forza del destino» und «Don Carlo» – hier geht die stimmliche Entfaltung mit idiomatischer Phrasierung und emotionaler Glaubwürdigkeit einher.
Im Bewusstsein der Musikfreunde lebt die von Toscanini entdeckte, kürzlich verstorbene amerikanische Sopranistin Teresa Stich-Randall (1927-2007) vor ...
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In den siebziger Jahren wurde Stefano Landis «Il Sant‘ Alessio» kurzzeitig der Vergessenheit entrissen. Bei den Salzburger Festspielen 1977 sah man eine pompöse Inszenierung August Everdings in den Bühnenbildern Jean-Pierre Ponnelles, die die eher schlichte Heiligenlegende theatralisch erschlug, zumal auch die musikalische Fassung von Hans Ludwig Hirsch sich...
Manchmal braucht es eben den Impuls der Obrigkeit. Auch in künstlerischen Dingen. Die Uraufführung von Giovanni Pacinis «Alessandro nell’Indie» am 29. September 1824 in Neapel war ein fades Ereignis, jenseits von Reinfall und Glücksfall. Erst als König Ferdinand IV. bei der zweiten Aufführung den Applaus vorgab, entschied sich der Erfolg dieses Werkes. Noch in...
Mit Theaterintellektuellen redet man gemeinhin über Inszenierungskonzepte, nicht über historische Aufnahmen. Doch in Schweden, beim Stockholmer Chefdramaturgen Stefan Johansson, ist das ein bisschen anders. Wenn Johansson auf den am Königlichen Opernhaus jüngst vollendeten «Ring des Nibelungen» zu sprechen kommt, geht es erst einmal um klangliche Kontinuitäten in...
