Klassenkampf: Glucks «Clelia» in Athen

Klassenkampf bei Ritter Gluck: Nigel Lowery inszeniert im Athener Megaron das Römerdrama «Il trionfo di Clelia»

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Die Berichte über die Unruhen vom Abend des 12. Februar prangten noch auf den Titelseiten der Tagespresse, da waren die meisten Brandspuren schon wieder vom Syntagma- und Omonia-Platz in der Innenstadt Athens beseitigt. Nur 48 Stunden später spielten sich ganz ähnliche Szenen auf der Bühne des modernen Multiplex-Saales Megaron Mousikis ab: Transparente, geballte Fäuste, Nahkampfszenen, Proteststürme, beschädigte Gebäude. Man gab «Il trionfo di Clelia» – eine Oper, die Christoph Willibald Gluck zur feierlichen Eröffnung des Bologneser Teatro Comunale im Jahre 1763 komponiert hatte.



Die Helden der jungen römischen Republik, Orazio und seine Verlobte, die junge Patrizierin Clelia, werden in der Inszenierung von Nigel Lowery als Revolutionäre des 20. Jahrhunderts porträtiert, im Kampf gegen das reaktionäre Establishment. Letzteres verkörpern der Etrusker-König Porsenna und Tarquinio (der Jüngere), ein finsterer Verräter mit Vergewaltigungsfantasien, der Pläne zur Wiedererlangung seines römischen Familienthrons schmiedet. Mit Zylindern auf dem Kopf und in vampireske schwarze Umhänge gewandet, hantieren die beiden spielerisch mit Fernrohren und Totenschädeln, während sie vor dem ...

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Opernwelt April 2012
Rubrik: Magazin, Seite 69
von Carlo Vitali

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