«Meine Stimme hat mich gefunden»

«Die Stimme Maltas», das griffe zu kurz. JOSEPH CALLEJA, 34 Jahre jung, hat sich im italienischen Fach längst zu einem imponierenden Stilisten emporgesungen. Mag er auf seinen CD-Covers die Tenöre der Vergangenheit beschwören: Calleja ist neugierig auf Neues. Auf die Errungenschaften der digitalen Welt. Und beruflich auf Deutsches – von Tamino bis Lohengrin.

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Auf Ihrer aktuellen CD, einer Hommage an Mario Lanza, sehen Sie aus wie ein Tenor der 50er-Jahre. Auf einem Ihrer ersten Cover trugen Sie dagegen schwarzen Anzug, schwarze Krawatte, fast wie in einem italienischen Mafia-Film. Wer ist dieser Joseph Calleja eigentlich?
Wenn man das immer so genau wüsste! Ich denke, ich bin immer noch der enthusiastische Junge, 13, 14 Jahre alt, der die Oper für sich entdeckt. Diese CDs verfolgen ja bestimmte Konzepte. Das ist heute etwas total Normales. Das sagt nicht unbedingt etwas über meine Persönlichkeit.



Sie fühlen sich noch wie zu Beginn Ihrer Karriere?
Die 15 Jahre gingen so schnell rum… Jetzt bin ich Vater zweier Kinder, die immer selbstständiger werden… Okay, ich bin erst 34, das ist noch kein Alter. Aber schauen Sie sich die Fotos des alten Picasso an. Die funkelnden Augen verraten noch die Unschuld und die Wildheit eines Jugendlichen. Und wenn er eine junge Frau sah, konnte er sich sicherlich vieles vorstellen (lacht). Er hatte dieses gewisse Etwas. Was ich damit sagen will: Das körperliche hat manchmal nicht viel mit dem geistigen Alter zu tun. Das macht uns Menschen so besonders.

Denken Sie sich auch manchmal: «Moment, das geht zu schnell»?
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Opernwelt März 2013
Rubrik: Interview, Seite 50
von Markus Thiel

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