Einsame Frauen
Sein Theater ist nicht groß genug», klagte Berlioz, mit Blick auf León Carvalho, den Direktor des Théâtre Lyrique. «Seine Sänger sind nicht geschickt genug, und ebenso wenig ist sein Chor und sein Orchester ausreichend.» Ein Verzweiflungsausbruch des Komponisten – und eine Warnung an die Nachwelt. Berlioz musste sich mit abenteuerlichen Bedingungen zufrieden geben, damit sein um den ersten Teil gekapptes Opus summum überhaupt, und zwar als «Trojaner in Karthago», uraufgeführt werden konnte.
So gesehen hat er in Brigitte Fassbaender eine Wesensverwandte.
Denn der Intendantin des Tiroler Landestheaters kommen «Elefantenopern», wie sie es auf ihre herb-sympathische Art formuliert, nicht ins Haus. «Nabucco» gab es nur konzertant, «Aida» halbszenisch. Was die Chefin freilich nicht daran hindert, sich gelegentlich untreu zu werden. Brittens «Peter Grimes» hat sie zum Beispiel schon in ihren 800-Plätze-Tempel in Innsbruck gepresst, auch Wagners «Meistersinger» und nun mit «Les Troyens» eines der Spitzenstücke aus der Schwergewichtsklasse. Jene maßlose Antiken-Oper also, die erst 21 Jahre nach Berlioz’ Tod komplett uraufgeführt wurde.
Natürlich sind, und das weiß auch die Regisseurin ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wir sind, schrieb Bernd Guggenberger in seiner Studie über die «Schönheit als soziale Macht», umzingelt von Bildern, die sich «über raffiniert arrangierte Begegnungen der allerersten Art, der kreatürlichen Dimension, ihren Anteil an der knappen Ressource Aufmerksamkeit zu sichern» versuchen. Im Zeitalter virtueller Stars muss man sich wohl damit abfinden, dass...
Frau Kozená, darf ich Ihnen ein Kompliment machen?
Magdalena Kozená:(verlegenes Lächeln)
Ihre Stimme scheint mir in den letzten Jahren farbiger geworden, kräftiger, voluminöser. Und vor allem fühlen Sie sich, wenn der Eindruck nicht trügt, in der Höhe wohler. Stimmt das?
(lacht) Ich hoffe, es ist so.
Um es anders zu sagen: Ihre Tessitura hat einen größeren Umfang....
Die Neuproduktion von «Tristan und Isolde», mit der die Royal Opera zugleich die erste Premiere der neuen Spielzeit vorstellte, ist die jüngste einer mittlerweile beträchtlichen Reihe von Christof-Loy-Inszenierungen an Covent Garden. Kaum ein zweiter Regisseur, zumal keiner aus Deutschland, ist mit seinen Arbeiten an diesem Haus so verankert wie Loy. Diese Präsenz...
