Heimkehr der Königin
Der 9. Dezember 1978 war nicht nur für Zürich ein wichtiges Datum. Etliches verschwimmt im Gedächtnis, eines aber nicht: der Erstauftritt einer nicht ganz 32-jährigen Sängerin am Ort. Wer damals Edita Gruberova als Zerbinetta erlebte, erinnert sich unweigerlich an ein einzigartiges Koloratur-Feuerwerk, das weniger Selbstzweck war, als dass es die tatsächliche Beschaffenheit einer vordergründig leichtlebigen Gestalt illuminierte. Was der Zeuge vollends nie vergisst, ist der zehnminütige Beifallssturm, der auf ihre vokale Equilibristik antwortete.
Das alles noch vor ihrem Salzburger Triumph mit Karl Böhm und Dieter Dorn! Die Bindung der Ausnahmekünstlerin ans Haus am Zürichsee wurde fester und fester. Bis 2002, als sie mit dem Intendanten Alexander Pereira über Kreuz geriet, waren es 14 Partien in 16 Inszenierungen, Belcanto-Repertoire zumeist, Donizetti, aber auch Rossini, Verdi, Mozart und mehrfach Vincenzo Bellini. Wie nun in «La straniera», ihrer womöglich letzten szenischen Eroberung – konzertante Annäherungen in München, Wien und Baden-Baden gingen voraus.
Der 23. Juni 2013 war wieder ein wichtiges Datum. Wieder nicht nur für Zürich und seine Festspiele. Den vielen ...
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Opernwelt August 2013
Rubrik: Im Focus, Seite 12
von Heinz W. Koch
Lieder von Charles Ives – das ist in Europa nach wie vor ein nahezu unbekanntes Terrain. Dabei hat der Amerikaner fast 200 Songs geschrieben, die meisten zwischen 1898 und 1918. Vielleicht hängt die Reserve in der Alten Welt mit der Skepsis zusammen, die Ives gegenüber dem klassischen und romantischen Kunstlied hegte. Statt an Beethoven, Schubert oder Brahms...
Kaum eine Verdi-Darstellung verzichtet darauf, den bekanntesten Brief des Komponisten zu zitieren: «Das Wahre kopieren mag eine gute Sache sein, aber das Wahre erfinden ist besser, viel besser.» Aus dieser spontanen Äußerung nach dem Besuch eines zeitgenössischen Schauspiels ein ästhetisches Credo abzuleiten, ist so verführerisch wie riskant – umso mehr, als das...
Jubilare
Obwohl er nie in Bayreuth aufgetreten ist, galt er vielen als bedeutendster Wotan und Holländer seiner Generation: Robert Hale, geboren in Texas, hat sich Zeit gelassen bei der Entwicklung seiner Bassbariton-Stimme. 1965 debütierte er in Denver als Mozart-Figaro, gehörte dann zehn Jahre zum Ensemble der New York City Opera. In Europa hatte er seine größten...
